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Autor Thema:  LM 20 und INTEL OPTANE  (Gelesen 514 mal)

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LM 20 und INTEL OPTANE
« am: 10.09.2020, 09:49:13 »
Moin allerseits,
ich habe mir einen neuen PC zulegen müssen, da der alte viele HW-Fehler bekommen hat.
Ich möchte LM 20 neben Win10 prof. installieren, was erstmal kein Problem darstellt, da ich das schon einige Male gemacht habe.
Um LM auf dem neuen PC zu testen, habe ich LM 20 mittels USB-Stick geladen (Cinnamon).
Das HDD-Laufwerk ist mit "INTEL OPTANE" ausgerüstet. Und hieran scheitert die ganze Sache nach meinem Dafürhalten.
LM läuft hoch, bringt aber sehr viele Lesefehler auf der HDD.
Zumal ich auch im Netz diesbezüglich auf einen Artikel gestoßen bin, der besagte, das LM (ohne Versionsangabe) mit Intel Optane massive Probs hat
und das nicht handeln kann. Ich weiß jedoch nicht, wie alt dieser Artikel war.
Habt ihr dazu nähere, aktuelle Infomationen bezogen auf LM 20 ??

PC: 4 x 4.2 Ghz / 32 GB speicher
Grafik: Nvidia Geforce RTX 2060, 8 GB
--UEFI--
SSD: 445 GB (Windows 10 prof.)
HDD: 1 TB INTEL OPTANE, gesplittet 2 x 500 GB
         (auf dieser HDD möchte ich LM 20 installieren.)

Re: LM 20 und INTEL OPTANE
« Antwort #1 am: 10.09.2020, 10:18:47 »

Re: LM 20 und INTEL OPTANE
« Antwort #2 am: 10.09.2020, 10:33:05 »
Wäre es nicht denkbar und letztlich einfacher, LinuxMint auf die vorhandene SSD zu installieren?
445 GB sollten doch für Win und LM ausreichend Speicherplatz sein.
Für Linux (System-Partition) reichen ca 20-30 GB.
Oder macht das keinen Unterschied?

Edit
Ist jetzt vielleicht zu einfach gedacht, weil ich nicht viel über diese neue Optane-Technologie weiß.
Nach einer flüchtigen Internet-Suche scheint es auch mit Windows damit Probleme zu geben.
https://www.borncity.com/blog/2020/06/05/windows-10-version-2004-probleme-bei-optane-systemen/
« Letzte Änderung: 10.09.2020, 10:45:54 von aexe »

Re: LM 20 und INTEL OPTANE
« Antwort #3 am: 10.09.2020, 11:06:27 »
Wäre es nicht denkbar und letztlich einfacher, LinuxMint auf die vorhandene SSD zu installieren?
445 GB sollten doch für Win und LM ausreichend Speicherplatz sein.
Seh ich auch so.

Re: LM 20 und INTEL OPTANE
« Antwort #4 am: 10.09.2020, 11:26:41 »
Hallo,
für den doch recht teuren M.2 Optane-Speicher könnte direkt eine zweite SSD verwendet werden, wäre günstige und effektiver. Optane ist sowieso nur eine reine Cache-Lösung, IMHO nur unter Windows10/64.

Erfüllt die Hardware überhaupt die erforderlichen Voraussetzungen für Optane? Mindestens i7/Kaby-Lake.
« Letzte Änderung: 10.09.2020, 11:30:55 von Flash63 »

Re: LM 20 und INTEL OPTANE
« Antwort #5 am: 10.09.2020, 17:16:34 »
Danke für eure Antworten.
Den PC habe ich neu in der bestehenden HW-Ausführung gekauft. Das Windows 10 prof. läuft seit 3 Monaten ausgesprochen stabil und ohne Probs (auch sehr, sehr schnell, wird für CAD und Simulationen, sowie Video-Docs von Prozessabläufen benutzt). Win10 hat keinerlei Probs mit Optane. Prozessor = I7-8086. Die SSD ist bereits mit 290GB gefüllt und wird noch mehr werden.
Ich habe nicht die Absicht. an der HW rumzubasteln.


Ergänzung:
Lese gerade auf der Intel-HP, dass sich Optane deaktivieren lässt. Werde das probieren.
« Letzte Änderung: 10.09.2020, 17:46:36 von RebelRouser »

Re: LM 20 und INTEL OPTANE
« Antwort #6 am: 10.09.2020, 18:37:41 »
Ich würde Windows da nicht anrühren, läuft doch prima so wie es ist. Optane kannst Du sowieso nicht unter Linux nutzen, SSD (120GB für ~20€ + SATA-Kabel), je nach Bedarf natürlich auch größer, für Linux dazu und gut. Dann hast Du die 1TB-Platte und ~450GB-SSD komplett für Windows. Auf die Datenbestände auf den NTFS-Partitionen kannst Du doch direkt mit Linux zugreifen.

Z.B. eine Crucial BX500 120GB CT120BX500SSD1 ~20€ (genügt völlig)
Crucial MX500 500GB CT500MX500SSD1(Z) (3D-Nand) ~60€
oder auch
Western Digital WDS500G2B0A WD Blue 500GB 3D NAND ~56€
« Letzte Änderung: 10.09.2020, 18:49:05 von Flash63 »

mga

  • *
Re: LM 20 und INTEL OPTANE
« Antwort #7 am: 11.09.2020, 23:15:43 »
Hallo, ich bin auf diese Diskussion aufmerksam geworden, weil toffifee auf meinen Blogpost auf https://www.opvizor.com/ubuntu-how-to-use-intel-optane-memory-for-ssd-caching verlinkt hat.

Grundsätzlich kann man Optane in Linux nutzen, entweder als richtig schnelles Blockdevice, oder auch in der Funktion als Cache, wie von Intel vorgesehen. Die Voraussetzungen dazu, und wie man letzteres erreicht, stehen im o.a. Blogpost. Ich setze dieses Setup seit einigen Monaten täglich viele Stunden ein und schreibe gerade auf diesem Gerät, ohne je ein Stabilitätsproblem damit gehabt zu haben. So weit, so gut.

Aber: ein Dualboot mit einem gemeinsamen Optane-gechacheten Device für Linux und Windows wird (vorerst) nicht klappen.

Die Ursache ist relativ simpel - hardwareseitig ist das Optane-Memory ein eigenes Device, das aber im Verbund mit einer SSD oder HDD - ebenfalls eigene Devices - als Read/Write-Cache arbeiten soll. Dies wird auf der Windowsseite durch den Intel RST-Treiber erreicht. Der kümmert sich um das Cache-Management, also was wann vom Massenspeicher in den Cache wandert - und umgekehrt. Und hält darüber Evidenz, was wo zu finden ist.

Gäbe es im Linuxkernel ebenfalls einen Intel RST-Treiber, dann könnte dieser die selben Datenstrukturen zur Verwaltung des Verbundes implementieren, und wir wären schnell fertig. Leider gibt es diesen Treiber aber nicht, und so ist ein Optane/Massenspeicher-Verbund, der mit dem RST-Treiber erstellt wurde, auf Linuxseite nicht zu gebrauchen. Daher auch die Fehler beim Versuch auf die Daten zuzugreifen: man sieht zwar noch eine passende Partitionstabelle am Massenspeicher-Device, aber wenns dann an die Filesysteme geht, fehlen jene Daten, die nur im Optane-Memory stehen, und nicht auf den Massenspeicher geschrieben wurden. Wer auf so ein Filesystem schreibend zugreift, hat gute Chancen seine Backup-Restore-Strategie einem ausführlichen Test unterziehen zu müssen.

Umgekehrt genauso: Wenn man mit lvmcache die beiden Devices verheiratet, ist man schnell am Ziel, aber dann muß Windows in die Röhre schauen. Außer Intel implementiert lvmcache im RST-Treiber, was aber wohl nicht passieren wird. Ein Ausweg ist, Windows in eine VM zu verfrachten, aber das ist eine andere Geschichte.

Der eine oder die andere fühlt sich jetzt vielleicht an die sogenannten Host-RAIDs (https://www.heise.de/ct/hotline/Hostraid-unter-Linux-321640.html) erinnert, die vor vielen Jahren mit dem selben Problemen kämpften, bis ein paar beherzte Kernel-Hacker das Mapping der Windowstreiber im dmraid reimplementiert hatten. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass sich das noch wer für Optane antun wird.

Kurzum: Optane geht in Linux, es beißt sich nur mit Windows. Und umgekehrt.

Nachtrag: Meine Optane-Erfahrungen beruhen auf dem HP Probook 650 G5 mit der Intel H10. Möglicherweise nicht direkt auf Dein Setup übertragbar.
« Letzte Änderung: 11.09.2020, 23:21:27 von mga »

Re: LM 20 und INTEL OPTANE
« Antwort #8 am: 20.09.2020, 22:09:45 »
Hab das mal nach der Anleitung auf opvizor eingerichtet. Es gab 2 kleine Probleme:
- statt "ubuntu-vg" muss man "vgmint" schreiben
- "script thin-provisioning-tools" ist kein Befehl zum eingeben, sondern die Überschrift vom nächsten Absatz
Ansonsten hats geklappt und der Rechner hat auch neu gebootet (uff)
Was mich stört:
Zum Start muss ich jetzt 2 Passwörter eingeben  (für beide nvme). Der Rechner hat dann 4 Passwörter.
Ohne das komische Skript bootet das offenbar nicht und ich hab keinen Durchblick, was das macht, bzw wie ich mir bei Problemen helfen kann.
~$ sudo lvdisplay /dev/vgmint/root
  --- Logical volume ---
  LV Path                /dev/vgmint/root
  LV Name                root
  VG Name                vgmint
  LV UUID                CRu9Nt-8wIc-5aCj-zn44-cQWK-s8G5-Sdolyf
  LV Write Access        read/write
  LV Creation host, time mint, 2020-09-16 18:55:51 +0200
  LV Cache pool name     root_cachepool_cpool
  LV Cache origin name   root_corig
  LV Status              available
  # open                 1
  LV Size                236,25 GiB
  Cache used blocks      8,59%
  Cache metadata blocks  11,04%
  Cache dirty blocks     0,00%
  Cache read hits/misses 10111 / 20649
  Cache wrt hits/misses  5087 / 3854
  Cache demotions        0
  Cache promotions       8775
  Current LE             60481
  Segments               1
  Allocation             inherit
  Read ahead sectors     auto
  - currently set to     256
  Block device           253:5

mga

  • *
Re: LM 20 und INTEL OPTANE
« Antwort #9 am: 21.09.2020, 09:50:05 »
Zuerst einmal Gratulation für die Umsetzung auf Mint!

Zu den 2 Passwörtern: Die sind für die LUKS-Verschlüsselung - die ist natürlich nicht in jedem Setup erforderlich. Wenn Du das System nicht verschlüsselst, brauchst Du auch keine Kennwörter. Im Blogpost gehe ich von einem beruflich genutzten Notebook aus, und da ist - zumindest in unseren Breiten - Festplattenverschlüsselung ja fast schon Pflicht (DSGVO läßt grüßen).

Das komische Skript ist ein Hook für den Bau der Initial RAM Disk. In der Frühphase des Bootens hat der Kernel noch keinen Zugriff auf die Massenspeicher, weil er die Treiber (aka Kernelmodule) dafür noch nicht geladen hat. Aber woher nehmen, wenn doch kein Zugriff auf die Massenspeicher besteht? Dieses Henne-Ei-Problem wird über die Initial RAM Disk gelöst, die der Bootloader noch über das BIOS lädt und dem Kernel dann präsentiert. Damit die Initial RAM Disk nicht ausufernd groß wird, haben die Distributoren da eine Vorauswahl getroffen, welche Treiber hinein sollen. Dummerweise waren bei meinem Ubuntu die Treiber für lvmcache und thin-provisioning noch nicht standardmäßig auf der Initial RAM Disk. Das Skript hängt sich daher in den Build-Prozess für die Initial RAM Disk ein und sorgt dafür, daß die notwendigen Treiber in der Initial Ramdisk landen, und während des Hochfahrens geladen werden.

Damit kommen wir zur letzten Frage: Wie hilft man sich? In meinem Fall war es das Booten ins Ubuntu-Live-System. Denn ich habe einige Iterationen gebraucht, bis ich alle Bauteile beisammen hatte ;-) Auf der Kommandozeile im Livesystem kannst Du mit modprobe die passenden Kernelmodule von Hand laden, allenfalls Pakete ins Livesystem nachinstallieren, Luks und LVM anstarten, alle Teile mounten und dann mit einem chroot in Dein eigentliches System zu wechseln.

Re: LM 20 und INTEL OPTANE
« Antwort #10 am: 25.09.2020, 18:05:46 »
Eigentlich wollte ich ja gar keine Verschlüsselung, aber laut LinuxWelt liegt der Unterschied in der Geschwindigkeit nur im Prozentbereich. Das mit den 2 Passwörtern ich auch nicht schlimm; man muss den Laptop ja nicht mehr ausschalten. Schade ist aber, dass gparted die komplizierte logische Struktur praktisch nicht mehr anzeigt. Gerade hier wäre ein graphisches Tool hilfreich.

Mein hp Billiglaptop hat übrigens im Bios keine Einstellung für das Optane. Da musste ich nichts ändern. Die thin-provisioning-tools sind jetzt im main Repository; da musste ich auch nicht hinzufügen. Damit haben sie auch Langzeitsupport.

Mit  sudo lvconvert --uncache vgmint/root wird die Optane Platte wieder frei und kann anders verwendet werden, aber das Skript bleibt ja dann drin. Kann das nicht stören? Wie ist das überhaupt: wird der Hook bei jedem Systemstart aufgerufen oder nur 1x mit dem update-initramfs ? Das update-initramfs erzeugt ja eine neue /boot/initrd.img Das ist die Ramdisk, von der du geschrieben hast. Die  /boot/initrd.img.old ist auch noch da.

Zu guter Letzt noch ein Terminalauszug mit den Systemmeldungen, falls es jemand nachmachen möchte; alle Irrungen und Wirrungen hab ich aber  weggelassen:
xyz:~$ sudo cryptsetup luksFormat /dev/nvme1n1
WARNUNG: Gerät /dev/nvme1n1 enthält bereits eine 'gpt'-Partitionssignatur.

WARNING!
========
Hiermit werden die Daten auf »/dev/nvme1n1« unwiderruflich überschrieben.

Are you sure? (Type uppercase yes): YES
Geben Sie die Passphrase für »/dev/nvme1n1« ein:
Passphrase bestätigen:
xyz:~$ sudo cryptsetup luksOpen /dev/nvme1n1 nvme1n1_crypt
Geben Sie die Passphrase für »/dev/nvme1n1« ein:
xyz:~$ sudo vgextend vgmint /dev/mapper/nvme1n1_crypt
  Volume group "vgmint" successfully extended
xyz:~$ sudo blkid /dev/nvme1n1
/dev/nvme1n1: UUID="CRu9Nt-8wIc-5bCj-zn44-cQWK-s8G5-Sdolyf" TYPE="crypto_LUKS"
xyz:~$ sudo pico /etc/crypttab
xyz:~$ sudo lvcreate --type cache --cachemode writeback -l100%FREE -n root_cachepool vgmint/root /dev/mapper/nvme1n1_crypt
  Logical volume vgmint/root is now cached.
xyz:~$ sudo apt update
xyz:~$ sudo apt install thin-provisioning-tools
xyz:~$ sudo chown root:root ~/Downloads/thin-provisioning-tools     
xyz:~$ sudo chmod 0755 ~/Downloads/thin-provisioning-tools
xyz:~$ sudo mv ~/Downloads/thin-provisioning-tools /usr/share/initramfs-tools/hooks/
xyz:~$ sudo update-initramfs -k all -u
update-initramfs: Generating /boot/initrd.img-5.4.0-40-generic
I: The initramfs will attempt to resume from /dev/dm-2
I: (/dev/mapper/vgmint-swap_1)
I: Set the RESUME variable to override this.