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Autor Thema:  Windows 7-System wird bei Parallelinstallation nicht erkannt  (Gelesen 1462 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Hallo,

ich wollte auf meinem neuen (gebrauchten) Notebook Linux Mint 19.1 neben Windows 7 Ultimate 64-bit installieren. Leider wurde mir angezeigt, dass kein Betriebssystem erkannt worden sei. Ich habe nun die Befürchtung, dass mir die Installation von Linux Mint das Windows-System, das ich wegen einiger Anwendungen auch brauche, zerschießt.

Könnte ich das Risiko vermindern, wenn ich die SSD, auf der ich Windows samt Daten habe, partitioniere?

Informationen zur Mintversion und Desktopumgebung: Geplant ist Mint 19.1. 64-bit, beim Notbook handelt es sich um ein HP 350 G2 mit einer 500-GB-SSD, 16 GB RAM. Diese ist bisher nicht weiter partitioniert, d.h. Windows-System und -Daten befinden sich auf derselben Partition.

Re: Windows 7-System wird bei Parallelinstallation nicht erkannt
« Antwort #1 am: 23.07.2019, 13:57:04 »
Hi
Also ich hab das damals so gemacht .
Alles (unter Windows) defragmentiert , dann die Partition verkleinert .
Denn dann verbleibenden Rest einfach unpartitioniert gelassen .

Dann meinen Linux USB Stick gebootet , Mint griff sich dann selber den unpartitionierten Bereich bei der Installation .
MfG soyo
 

Re: Windows 7-System wird bei Parallelinstallation nicht erkannt
« Antwort #2 am: 23.07.2019, 15:05:51 »
boote bitte noch einmal das Livesystem (Installationsmedium) und poste
die Terminalausgabe von
sudo parted --listwenn möglich im "Codeblock"

Re: Windows 7-System wird bei Parallelinstallation nicht erkannt
« Antwort #3 am: 23.07.2019, 17:22:59 »
Vielen Dank für die Tipps.

Komme leider erst in ein paar Stunden dazu, u.a. wegen einer Fahrradpanne.

Was ist genau ein "Codeblock"? Gibt's irgendwo eine Anleitung, wie man den erstellt?

Re: Windows 7-System wird bei Parallelinstallation nicht erkannt
« Antwort #4 am: 23.07.2019, 17:27:54 »
Codeblock, den erstellst du mit folgender Schaltfläche:

Zunächst die Terminal-Ausgabe markieren und kopieren, danach entweder zuerst auf das '#' klicken und dann zwischen den Klammern einfügen, oder erst einfügen, dann markieren und auf '#' klicken.
(gemopst bei Marco77)

Re: Windows 7-System wird bei Parallelinstallation nicht erkannt
« Antwort #5 am: 23.07.2019, 20:31:53 »
sudo parted --list
Model: ATA Samsung SSD 850 (scsi)
Disk /dev/sda: 500GB
Sector size (logical/physical): 512B/512B
Partition Table: gpt
Disk Flags:

Number  Start   End    Size   File system  Name                          Flags
 1      1049kB  106MB  105MB  fat32        EFI system partition          boot, esp
 2      106MB   240MB  134MB               Microsoft reserved partition  msftres
 3      240MB   500GB  500GB  ntfs         Basic data partition          msftdata


Model: Intenso Rainbow Line (scsi)
Disk /dev/sdb: 3932MB
Sector size (logical/physical): 512B/512B
Partition Table: msdos
Disk Flags:

Number  Start   End     Size    Type     File system  Flags
 1      4964kB  3932MB  3927MB  primary  fat32        boot

Der Intenso ist der Live System Stick

Re: Windows 7-System wird bei Parallelinstallation nicht erkannt
« Antwort #6 am: 23.07.2019, 20:55:45 »
Ja - wende die Vorgehensweise beschrieben von @soyo - Antwort #1 an.
Vor solchen Eingriffen ist eine Datensicherung empfehlenswert.
Für eine einfache Linux-Mint-Installation werden ca. 25 GB freier Speicherplatz empfohlen.
Den Installations-Stick muss dann im "UEFI-Modus" gestartet werden.

Re: Windows 7-System wird bei Parallelinstallation nicht erkannt
« Antwort #7 am: 23.07.2019, 21:42:02 »
Vielen Dank für die Tipps. Ich probiere es morgen aus. Muss man eine SSD überhaupt defragmentieren oder ist das empfehlenswert, damit die Partitionierung besser funktioniert?

Eine Datensicherung habe ich heute schon mal vorsorglich gemacht.

Re: Windows 7-System wird bei Parallelinstallation nicht erkannt
« Antwort #8 am: 23.07.2019, 21:53:41 »
Kurz gesagt nein und hier im Link die ausführliche Version.
https://www.heise.de/tipps-tricks/SSD-defragmentieren-ja-oder-nein-4317478.html

Re: Windows 7-System wird bei Parallelinstallation nicht erkannt
« Antwort #9 am: 23.07.2019, 21:56:18 »
Nein, SSD müssen nicht defragmentiert werden. Das würde eher schaden als nutzen. Alle Speicherbereiche auf einer SSD sind gleich schnell abzurufen. Wie die Daten dabei verteilt sind, spielt bei der Zugriffsgeschwindigkeit keine Rolle.

Re: Windows 7-System wird bei Parallelinstallation nicht erkannt
« Antwort #10 am: 23.07.2019, 22:36:31 »
Kurz gesagt nein und hier im Link die ausführliche Version.
https://www.heise.de/tipps-tricks/SSD-defragmentieren-ja-oder-nein-4317478.html

Nein, SSD müssen nicht defragmentiert werden. Das würde eher schaden als nutzen. Alle Speicherbereiche auf einer SSD sind gleich schnell abzurufen. Wie die Daten dabei verteilt sind, spielt bei der Zugriffsgeschwindigkeit keine Rolle.
Das ist in soweit alles richtig mit eurem NEIN.
Aber:
In keinem der Artikel geht es darum ein zweites Betriebssystem zu installieren, also recht viel zusammenhängenden nicht zugeordneten Speicher bereit zustellen.
Es geht in den Artikeln immer nur um die Zugriffszeit auf die Daten.
Und daher kann eine Defragmentierung auch einer SSD sinnvoll sein.
Z.B. bei einem 2 in 1 Tablett mit nur 32 oder 64GB SSD.

Selber getestet auf Acer one und Lenovo 310 MIIX

P.S.: Ihr könnt jetzt gerne wieder auf mich einschlagen.  :( :( Aber es ist so.
« Letzte Änderung: 23.07.2019, 23:27:50 von tommix »

Re: Windows 7-System wird bei Parallelinstallation nicht erkannt
« Antwort #11 am: 24.07.2019, 01:31:45 »
Defragmentierung ist vielleicht nicht ganz der richtige Begriff.
Ich meine, dass aktuelle Betriebssysteme ohnehin erkennen, wenn eine SSD eingebaut ist und entsprechend eher eine Trim-Aktion durchführen. Bei Windows nennt sich das "Optimierung", soweit ich weiß,

Trotzdem muss selbstverständlich auch noch freier Speicherplatz geschaffen werden (wenn die gesamte Platte von Windows belegt ist), damit eine Linux-Installation möglich wird. Das geht mit Windows-Bordmitteln, denke ich:
überflüssige Daten löschen, persönliche Daten evtl. teilweise auslagern, Auslagerungsspeicherbereich verkleinern oder ganz abschalten …  Windows-Partition verkleinern.
« Letzte Änderung: 24.07.2019, 01:40:38 von aexe »

Re: Windows 7-System wird bei Parallelinstallation nicht erkannt
« Antwort #12 am: 24.07.2019, 03:42:00 »
Zitat
Das geht mit Windows-Bordmitteln, denke ich:
überflüssige Daten löschen, persönliche Daten evtl. teilweise auslagern, Auslagerungsspeicherbereich verkleinern oder ganz abschalten …

Und in dieser Auflistung fehlt das Defragmentieren, denn Datenfragmente können über die gesamte Partition verteilt sein und es steht nicht genügend zusammenhängender Speicher zur Verfügung. Im Bild sind es nicht mal 5% von 31%. Und es könnte noch schlimmer kommen, wenn sich am Ende der Partition noch ein paar Datenschnipsel befänden, dann wäre gar keine Verkleinerung möglich.

« Letzte Änderung: 24.07.2019, 04:28:17 von helli »

Re: Windows 7-System wird bei Parallelinstallation nicht erkannt
« Antwort #13 am: 24.07.2019, 08:44:47 »
Hi
Nein, SSD müssen nicht defragmentiert werden. Das würde eher schaden als nutzen. Alle Speicherbereiche auf einer SSD sind gleich schnell abzurufen. Wie die Daten dabei verteilt sind, spielt bei der Zugriffsgeschwindigkeit keine Rolle.
Das ist richtig . Aber um eine benutzte Windowspartition zu verkleinern , bleibt dir selbst bei ner SSD nichts anderes übrig .
Ist ja auch meist nur einmalig .
MfG soyo

Re: Windows 7-System wird bei Parallelinstallation nicht erkannt
« Antwort #14 am: 24.07.2019, 11:12:50 »
Off-Topic:
Ach ja, der gute alte Defraggler. In meiner Windows-Zeit habe ich das Teil geliebt. Nur hatte ich damals auch noch die gute alte rotierende Magnet-Festplatte im Rechner. Da hatte die schöne Grafik auch einen Bezug zur physikalischen Realität.

SSDs funktionieren aber ganz anders.
Bei denen gibt es zwar auch Speicherzellen, die physikalisch für die gespeicherten Daten zuständig sind, aber darüber liegt eine Verwaltungsebene, die durch Adressierung der Speicherzellen eine Verbindung zwischen dem Betriebssystem und den gespeicherten Daten herstellt.

Die realen Speicherorte wechseln aber regelmäßig, weil der Controller der SSD dafür sorgt, dass alle Speicherzellen gleichmäßig benutzt werden, um den Verschleiß möglichst gering zu halten (sog. Wear Leveling).
Man könnte also überspitzt sagen, dass Fragmentierung zum Funktionsprinzip einer SSD gehört.
Die Platzierung der Daten übernimmt ausschließlich der SSD-Controller, ein Defragmentierungsprogramm hat darauf überhaupt keinen Einfluss, egal ob es einmal oder mehrfach angewendet wird.
Alle SSD-Hersteller raten vom Defragmentieren ab. 

Dafür haben SSDs eine andere Eigenart:
Das Dateisystem streicht „gelöschte“ Dateien nur aus dem Inhaltsverzeichnis, die eigentliche Datei aber bleibt weiter gespeichert. Dadurch kann sie wiederhergestellt werden, und auch das „Löschen“ großer Datenmengen ist sehr schnell möglich. Beim nächsten Schreiben auf einen so freigestellten Bereich muss der bisherige Inhalt demzufolge aber erst gelöscht werden. Nach einiger Zeit der Nutzung ist somit jeder Bereich des Laufwerks mit entweder aktuellen oder noch nicht tatsächlich gelöschten Inhalten belegt.
Bei HDDs war das kein Problem, da sie ihre Magnetisierungszustände direkt ineinander übergehen lassen können.  SSDs dagegen müssen die noch gefüllten Flashzellen erst leeren, um sie im zweiten Durchgang mit den neuen Daten zu beschreiben. Das kostet zusätzliche Zeit und erfordert regelmäßiges Aufräumen.

Um dieser Situation abzuhelfen, können SSDs die freigestellten Bereiche schon vor einer neuerlichen Verwendung löschen. Das findet einerseits durch eine Logik im Laufwerk statt (Garbage Collection) und kann andererseits durch das Betriebssystem gesteuert werden (TRIM-Befehl).

siehe dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Wear-Leveling#Defragmentierung_(Windows)
« Letzte Änderung: 24.07.2019, 11:20:53 von aexe »