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Autor Thema:  Einblick in Linux Mint 12 "Lisa"  (Gelesen 34244 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

/dev/urandom

  • Gast
Einblick in Linux Mint 12 "Lisa"
« am: 04.11.2011, 22:40:17 »
Ich würde mich gern bei der Gemeinschaft, den Medien und den Journalisten, die uns geschrieben haben, um mehr über unsere nächste Veröffentlichung zu erfahren, entschuldigen. Wir waren äußerst geheimnisvoll, und drei Wochen nach der Veröffentlichung von Ubuntu (11.10) ist es für die meisten Leute immer noch unklar, wie genau das nächste Linux Mint aussehen wird. Der Grund, warum wir so still waren, ist, dass wir nichts versprechen wollten, was wir nicht garantieren können. Heute sind wir endlich in der Lage, euch einen tiefen Einblick in Linux Mint 12, Codename "Lisa", zu gewähren. Ich hoffe, euch gefällt es, und ich freue mich auf eure Rückmeldungen.

Gnome 2 vs. neue Oberflächen

In Linux Mint 11 haben wir uns entschlossen, Gnome 2.32 beizubehalten. Der traditionelle Gnome-Desktop, obwohl er nicht mehr von Gnome-Entwicklerteam gepflegt wird, ist immer noch bei weitem die meistbenutzte Arbeitsumgebung in der Linuxgemeinschaft. Als andere Distributionen neue Arbeitsumgebungen wie Unity und Gnome 3 eingeführt hatten, fühlten sich viele Nutzer entfremdet und stiegen konsequenterweise auf Linux Mint um. Wir bemerkten einen Benutzeranstieg von 40 Prozent in einem einzigen Monat und holen nun schnell auf Ubuntu als derzeitige Nummer 1 auf dem Linux-Desktop-Markt auf.

So sehr wir auch Gnome 2.32 noch etwas länger behalten würden, müssen wir nach vorn schauen und neue Technologien integrieren. Das bedeutet nicht, dass wir die Art und Weise ändern müssen, wie Leute ihre Arbeitsumgebungen benutzen, ganz im Gegenteil; es bedeutet, dass wir unser Bestes versuchen müssen, damit sich die Leute wieder wie zu Hause fühlen, jedoch basierend auf einer brandneuen Grundlage, einer neuen Technologie, einer, die aktiv von ihren Entwicklern unterstützt wird und sauber gepflegt werden kann, ohne den Anschluss zu verlieren.

Aus technischer Sicht ist Gnome 3 eine fantastische Umgebung, und sie wird mit jeder neuen Version besser. Es wird eine Weile dauern, bis Linux Mint eine Gnome-3-Umgebung erhält, die mit dem gleichauf ist, was wir in Gnome 2 umgesetzt hatten, aber schließlich werden wir in der Lage sein, damit weit mehr zu tun als wir es mit der traditionellen Umgebung bislang konnten.

Berücksichtigen wir dies, ist die Zukunft von Linux Mint Gnome 3, die Gegenwart von Linux Mint ist eine einfache Frage: "Wie sorgen wir dafür, dass die Leute Gnome 3 mögen? Und was bieten wir denen, die immer noch nicht wechseln wollen, als Alternative an?"

Gnome 3 und MGSE

Gnome 3 ist hübsch, elegant und sieht modern aus. Es bietet eine glattpolierte Arbeitsumgebung, aber hat einige Probleme:

  • Es verändert die Art und Weise, wie Leute ihren Rechner verwenden.
  • Es ist anwendungs-, nicht aufgabenorientiert (man wechselt zwischen Anwendungen, nicht zwischen Fenstern).
  • Es beherrscht Multitasking nicht gut (man sieht weder offene Fenster noch Benachrichtigungssymbole noch ...).
Wir haben Anwendungsmenüs, Fensterlisten und andere traditionelle Desktopelemente benutzt, so lange ich mich zurückerinnern kann. Das Aussehen unterschied sich in KDE, Xfce oder sogar Windows und Mac OS, aber es war ähnlich. Gnome 3 verändert all das und entwickelt einen besseren Weg, mit unseren Rechnern zu interagieren. Aus unserer Sicht als Entwickler von Linux Mint sind wir uns nicht sicher, ob sie damit richtig liegen, und wir sind uns auch nicht sicher, ob sie damit falsch liegen. Was wir aber sicher wissen, ist, dass Leute, denen man nicht die Wahl lässt, frustriert sind, und unsere Vision von einem Betriebssystem ist es, dass euer Rechner für euch arbeiten und angenehm zu bedienen sein soll. Behalten wir dies im Hinterkopf, muss Gnome 3 in Linux Mint euch mit eurem Rechner auf zwei verschiedene Arten interagieren lassen: die traditionelle Art und die neue Art, und es liegt an euch, euch für eine dieser Arten zu entscheiden.

Dafür haben wir "MGSE" (Mint Gnome Shell Extensions, Mint-Gnome-Shellerweiterungen) entwickelt. Hierbei handelt es sich um eine Desktopschicht über Gnome 3, die es euch ermöglicht, Gnome 3 auf traditionelle Art zu nutzen. Ihr könnt alle Komponenten innerhalb MGSE deaktivieren, um ein reines Gnome 3 zu benutzen, oder aktivieren, um eine Gnome-3-Umgebung zu erhalten, die ähnlich dem ist, was ihr bislang verwendet habt. Natürlich könnt ihr auch alle Komponenten einzeln verwenden, um eure eigene Umgebung zu gestalten.

Die Hauptfunktionen von MGSE sind:

  • Die untere Leiste
  • Das Anwendungsmenü
  • Die Fensterliste
  • Eine aufgabenorientierte Umgebung (d.h. ihr wechselt zwischen Fenster, nicht zwischen Anwendungen)
  • Sichtbare Benachrichtigungssymbole
MGSE beinhaltet auch zusätzliche Erweiterungen wie einen Medienspieler-Indikator und viele Verbesserungen für Gnome 3.

So sieht es aus:


Wie ihr seht, ist es eine Mischung aus alt und neu. Es ist eine brandneue Oberfläche, aber mit bekannten Komponenten. Wir sind über die neue Technologie völlig aus dem Häuschen, aber es ist wichtig, dass sich jeder wie zu Hause fühlt. Daher sieht ein Mint-Desktop aus wie ein Mint-Desktop, und dieser hier fühlt sich sowohl wie Gnome 3 als auch wie die traditionellen Mint-Desktops vor ihm an. Ihr könnt Anwendungen von oben links aus starten, einfach zwischen Anwendungen und Arbeitsflächen mithilfe der Fensterliste oder Tastenkürzeln umschalten, eure Benachrichtigungen oben im Auge behalten und auf Gnome-3-Funktionen wie "Aktivitäten" in der linken oberen Ecke zugreifen.

Der Ausweichmodus

Gnome 3 setzt Grafikbeschleunigung voraus, und diese haben die meisten Systeme. In Linux Mint 12 haben wir auch sichergestellt, dass ihr Gnome 3 in einer virtuellen Maschine betreiben könnt, so dass ihr, wenn ihr dort 3D-Beschleunigung aktiviert, in der Lage sein solltet, euch ohne zusätzliche Treiber an Gnome 3 und MGSE zu erfreuen.

Wenn ihr aber Pech habt, landet ihr im "Ausweichmodus".

Lasst euch nicht von diesem Modus in die Irre führen; trotz seines Aussehens hat er nichts mit Gnome 2 zu tun! Er ist eine Gnome-3-Komponente und völlig inkompatibel mit Technologien wie Bonobo-Panel-Applets. Er wurde passend als "Ausweichmodus" ("Fallback Mode") bezeichnet und wird irgendwann verschwinden, da Gnome 3 mit immer mehr Hardware kompatibel sein wird.

MATE

MATE ist eine Abspaltung von Gnome 2.32, die sich genau wie Gnome 2 verhält.

Das Problem von Gnome 2.32 ist es, dass es mit Gnome 3 kollidiert. Es schafft viele Probleme innerhalb der Repositorys, und es ist beinahe unmöglich, gleichzeitig Gnome 2 und Gnome 3 zu verwenden. MATE soll andererseits mit Gnome 3 kompatibel sein, so dass ihr also sowohl MATE als auch Gnome 3 installiert haben könnt und in der Lage seid, bei der Anmeldung zwischen beiden Oberflächen umzuschalten.

In der Praxis ist MATE ein brandneues Projekt und kollidiert in vielen Bereichen mit Gnome 3. Wir arbeiten derzeit gemeinsam mit den MATE-Entwicklern hart daran, diese Konflikte zu identifizieren und zu beseitigen, so dass wir sowohl Gnome 3 als auch MATE in der DVD-Ausgabe von Linux Mint 12 standardmäßig installieren können.

Ein weiterer Nebeneffekt von MATE ist es, dass, um mit Gnome (3) kompatibel zu sein, ein Großteil seiner Komponenten umbenannt werden musste und deshalb Anwendungen und Themen, die für Gnome 2 entwickelt wurden, an MATE angepasst werden müssen, um kompatibel zu sein.

Konflikte mit Gnome und die Migration von Anwendungen und Themen sind schnell erledigt. Wenn es MATE also auf unsere Live-DVD schafft, wird es wahrscheinlich einige Ecken und Kanten haben, aber mit eurer Unterstützung werden wir in der Lage sein, die meisten Probleme sehr schnell aus der Welt zu schaffen.

Suchmaschinen

Bald werden wir unsere angepasste Suchmaschine nicht mehr verwenden. Linux Mint ist das viertbeliebteste Desktopbetriebssystem der Welt mit Millionen von Benutzern und wird vielleicht noch in diesem Jahr Ubuntu überholen. Die Einkünfte, die Mintnutzer generieren, wenn sie Werbung in Suchmaschinen sehen und darauf klicken, sind ziemlich hoch. Bislang sind diese Einkünfte direkt an Suchmaschinen und Browserhersteller gegangen. Unser Ziel ist es, Benutzern das Suchen angenehmer zu gestalten, während wir uns selbst unterstützen, indem wir einen Anteil dieser Einkünfte erhalten. Suchmaschinen, die das von unseren Benutzern generierte Einkommen nicht mit uns teilen, werden aus Linux Mint entfernt, und ihre Werbung könnte blockiert werden.

In Linux Mint 12 und kommenden Versionen hoffen wir, unseren Benutzern folgende kommerzielle Suchmaschinen anbieten zu können: Ask.com, Google, Amazon, eBay und die nichtkommerzielle Wikipedia.

Es wird nicht mehr nur von Spenden und Sponsoren abhängen, eure Aktivität im Web, jede eurer Suchanfragen und jedes von euch gekaufte Produkt wird uns helfen, unser Projekt zu finanzieren.

Voraussichtlicher Veröffentlichungszeitpunkt

Wir veröffentlichen neue Versionen traditionell Ende November, normalerweise um den 20. herum. Davon abgesehen ist Qualität wichtiger als der Zeitrahmen, und deshalb werden wir Linux Mint 12 nicht veröffentlichen, bis wir glücklich damit sind, was wir geschafft haben. Wir werden es veröffentlichen, wenn es "fertig" ist, und deshalb kann ich euch nicht mit Sicherheit sagen, wann das sein wird. Ich kann euch aber sagen, wie bereit wir derzeit sind.

Unsere Gnome-3-Umgebung ist fertig und voll funktionsfähig. Wir haben 10 Fehler gefunden, aber diese sind allesamt nur klein und können vor oder nach Veröffentlichung der Vorabversion behoben werden.

Wir haben MATE neben Gnome 3 auf einer Ubuntu-11.10-Testumgebung bereits kompiliert und installiert und haben es geschafft, beide Arbeitsumgebungen zu starten. Wir verpacken und erstellen MATE nun anders und kommen langsam, aber sicher voran. Wir sind uns noch nicht hundertprozentig sicher, dass MATE es rechtzeitig für die Vorabversion schaffen wird, und wir erwarten, dass es noch nicht stabil laufen wird, wenn es das tut.

Gespräche mit Browser- und Suchmaschinenanbietern laufen noch, daher wird die Vorabversion noch einige Suchmaschinen vermissen lassen, die später in der Endversion hinzugefügt werden könnten.

Wir sollten die Vorabversion spätestens am 11. November veröffentlicht haben. Noch einmal: Das ist unser gesetzter Zeitrahmen, aber falls Qualitätsaspekte dazwischenkommen, ist dieses Datum nicht von Belang.

Rückmeldung und Reaktionen

Wir haben Gnome 2 seit 2006 benutzt und wurden von vielen als der beste verfügbare Gnome-Desktop bezeichnet. Mit Gnome 3 wollen wir das wieder schaffen und die Leute darüber entscheiden lassen, welche Erfahrung sie machen wollen; ob sie eine reine Gnome-3-Umgebung oder eine MGSE-Umgebung wollen oder lieber bei MATE bleiben. Wir arbeiten mit drei brandneuen Technologien, in vielfacher Hinsicht fangen wir wieder von vorn an. Mit diesem Beitrag habt ihr nun eine bessere Einschätzung davon, wie Linux Mint 12 sein wird, und deshalb wären wir nun mehr denn je daran interessiert zu erfahren, wie ihr darüber denkt, um eure Rückmeldung und eure Reaktionen zu erhalten.

Quelle: http://blog.linuxmint.com/?p=1851 | Übersetzt von /dev/urandom

Re: Einblick in Linux Mint 12 "Lisa"
« Antwort #1 am: 04.11.2011, 22:49:53 »
Sieht absolut vielversprechend aus.

Jungs, zieht Euch warm an mit dem Forum, vergrößert die Kapazitäten! Das wird der Durchbruch für Mint werden, wenn es auch gut funktioniert mit allen üblichen Programmen. - Da haben sie aber sich richtig ins Zeug gelegt und wirklich mal selber was geschaffen.

Und, /dev/urandom, die Übersetzung eine schöne Arbeit, danke.

/dev/urandom

  • Gast
Re: Einblick in Linux Mint 12 "Lisa"
« Antwort #2 am: 04.11.2011, 22:52:34 »
*verneig*

Na ja, man sollte nicht mintMenu, mintUpdate, die diversen Mint-themes usw. vergessen; aber dieses MGSE ist schon ein verdammt hübscher Anblick! Deswegen mag ich Mint: Da hat alles Hand und Fuß. :)

(Werde trotzdem nicht auf Gnome umsteigen.  ;D)

Frieder108

  • Gast
Re: Einblick in Linux Mint 12 "Lisa"
« Antwort #3 am: 04.11.2011, 23:08:33 »
Hi,
gibt es davon ne Vorabversion (RC), ich würde das gerne mal antesten (und natürlich auch bugreports senden)

DeVIL-I386

  • Administrator
  • *****
Re: Einblick in Linux Mint 12 "Lisa"
« Antwort #4 am: 04.11.2011, 23:10:50 »
gibt es davon ne Vorabversion (RC)
Nein, noch nicht. Auszug aus der Übersetzung: "Wir sollten die Vorabversion spätestens am 11. November veröffentlicht haben."



@/dev/urandom: Vielen Dank für die hervorragende Übersetzung!



Siehe auch: http://www.heise.de/open/meldung/Linux-Mint-12-Gnome-3-mit-Kruecken-1372382.html
http://derstandard.at/1319182135704/Kein-Unity-Linux-Mint-12-kommt-mit-angepasstem-GNOME3

Re: Einblick in Linux Mint 12 "Lisa"
« Antwort #5 am: 04.11.2011, 23:11:20 »
Liest (Hört) sich gut an! Hoffen wir auf ein gutes Gelingen. Qualität brauch Kraft und Zeit. Übrigens, ich habe heute zumindest auf Distrowatch Mint schon auf Platz 1 gesehen! :)
« Letzte Änderung: 04.11.2011, 23:35:28 von Linuxkumpel »

/dev/urandom

  • Gast
Re: Einblick in Linux Mint 12 "Lisa"
« Antwort #6 am: 04.11.2011, 23:13:35 »
Die Ergebnisse von Ranglisten hängen immer davon ab, wen man fragt. :D
Dass Mint Ubuntu immer mehr Benutzer abjagt, ist aber seit Unity selbstverständlich, und über das "Ocelot" gibt es im Internet ja auch mehr als genug Beschwerden. Gut für Mint - aber zu hoffen ist, dass die nicht so enden wie Ubuntu und als Quasimonopolisten auch anfangen, arrogant zu werden.

Bis jetzt sieht es noch nicht so aus - die Mitarbeiter sind ja allesamt von ihrer Mission überzeugt. Zum Glück!

Re: Einblick in Linux Mint 12 "Lisa"
« Antwort #7 am: 04.11.2011, 23:34:59 »
Wenn tatsächlich Mint signifikant, stabil und dauerhaft populärer wird als Ubuntu selbst, wäre das schon eine einigermaßen ironische Sache. Schließlich wurde Mint ja gerne als eines der vielen überflüssigen Ubuntu-Derivate belächelt und abgetan. Aber es wäre einfach die - wie ich als Ubuntufan weinenden Auges zugeben muss - jedenfalls teilweise verdiente Quittung für Unity. Hätte Ubuntu einfach auf Gnome-Shell gesetzt (und diese läuft wunderbar unter dem Ozeloten, ohne zusätzliche Software-Quellen), könnte es jetzt dann hergehen und diese Extensions von Mint einfach adaptieren, alles von grau/grün zu lila/orange umfärben und hätte auch wieder einen guten Desktop.  :D

Im Ernst, ein Ubu-Derivat bleibt Mint Main natürlich schon, die Lisa stammt auch vom Ozeloten. Auch wenn jetzt eben offenbar der substantielle Anteil an mint-eigenen Zusätzen ansteigt mit diesen "MGSE".

/dev/urandom

  • Gast
Re: Einblick in Linux Mint 12 "Lisa"
« Antwort #8 am: 04.11.2011, 23:39:41 »
Nee, die Gnome-Shell war ja das Hauptargument für MGSE. Es geht ja vielfach um Gnome 3. Das ist nicht wesentlich besser als Unity, betrachtet man es von der technischen Seite. Es ist "anders", aber es hat mit Gnome 2 eben auch nicht mehr viel zu tun.

Re: Einblick in Linux Mint 12 "Lisa"
« Antwort #9 am: 04.11.2011, 23:45:14 »
Zitat
wie ich als Ubuntufan weinenden Auges zugeben muss - jedenfalls teilweise verdiente Quittung für Unity
Ja, das ist der momentane Stand. Denke, da wird sich aber auch noch etwas ändern. Für ein Netbook fand ich es wirklich gut, vor Allem, wenn die Tastenkombinationen sitzen. Wie man unten sieht, habe ich mich ja zunächst von Ubuntu verabschiedet! 11.04. lief noch topp, jedoch 11.10 flopp! Mint 12 kommt dann zumindest wieder in die engere Wahl.
Zitat
Die Ergebnisse von Ranglisten hängen immer davon ab, wen man fragt.
Ist klar - auch Distrowatch ist nur ein Meinungsausschnitt der ein "gewisses Abbild" reflektiert. Neuvorstellungen schnellen kurz hoch und dann holt sie das Leben wieder ein. 

/dev/urandom

  • Gast
Re: Einblick in Linux Mint 12 "Lisa"
« Antwort #10 am: 04.11.2011, 23:48:14 »
Diese Netbook-Oberflächen werden meist für touchscreens optimiert: Extragroße Symbole, alles schön bunt. Hat eben nur keiner...

Re: Einblick in Linux Mint 12 "Lisa"
« Antwort #11 am: 04.11.2011, 23:49:43 »
Diese MGSE sind ja, wie der Name schon sagt, Erweiterungen der Gnome-Shell (Clem verwendet die Begriffe "Gnome 3" und "Gnome Shell" synonym). Mint setzt (nur, also ohne Compiz) auf Gnome 3, Clem verwirft dagegen den Unity-Weg eines compizbasierenden Desktops, er sagt, in Kommentar #105:

Zitat
Unity is not popular so we wouldn’t support it as such. As a component to implement our own desktop, I’m not sure… it doesn’t implement the paradigms we think are essential and I would be worried about technical debt if we were to patch it. We’re experiencing this with technologies such as Ubiquity already. Of course we could fork it or use it as a case-study to create our own compiz-based desktop from scratch, but I think the underlying technology behind Gnome 3 is far more interesting and promising to do things like that.

Ich meinte mit "Quittung für Unity" Quittung dafür, DASS überhaupt ein eigener Desktop auf Compizbasis entwickelt wird (oder beziehungsweise zum Hauptdesktop erklärt wurde, als Netbook-Edition, was es ursprünglich auch war, wäre Unity völlig ok, vom etwas hohen Ressourcenverbrauch mal abgesehen). Wenn bei Ubuntu einfach bei Gnome geblieben worden wäre, könnte man sich eben jetzt auch dem Mint-Weg anschließen, auf Grundlage der Technologien von Gnome 3 aus der Gnome-Shell einen vernünftigen, wie Clem das nennt "aufgabenorientierten", Desktop sozusagen wieder zu erschaffen, was mit den MGSE geschieht (auf hoffentlich brauchbare Weise, das wissen wir ja noch nicht).

Gnome 2 ist ja eh ein Sonderthema und betrifft diese "MATE"-Schiene. Interessiert mich persönlich nicht besonders, aber auf Gnome 3 mit MGSE bin ich sehr gespannt.

« Letzte Änderung: 05.11.2011, 00:34:35 von leonidas »

pedro

  • Gast
Re: Einblick in Linux Mint 12 "Lisa"
« Antwort #12 am: 05.11.2011, 05:25:27 »
Moin,

seit Erfindung des Automobiles hat sich die Anordnung der Bedienungselemente nicht wesentlich geändert. Man steigt in ein fremdes Auto und findet Lenkrad, Gas, Bremse usw. da wo man es vermutet. Weil es sich bewährt hat!

Warum also diese Experimente? Unitiy ist grauslich, Gnome 3 nicht viel besser. Was soll eine Netbook / Tablett-Umgebung auf einem Desktop? Jetzt ist es zu spät dafür, weil die Netbooks auf dem absteigenden Ast sind und Android die Nase bei den Tabletts vorne hat.

Beim Umstieg von KDE 3.5 auf KDE 4 fühlte ich mich schon bevormundet und bin erst zu Gnome und dann von OpenSuse zu LinuxMint gewechselt. Jetzt findet hier der gleiche Unfug statt. Ein bewährtes Bedienkonzept wird verschlimmbessert. Mal schauen, was Ende November rauskommt. Gottseidank gibt es noch LXDE.

Der Verbreitung von Linux wird dies alles nicht förderlich sein. Aber mir soll es recht sein. Ein Marktanteil unter 1% bei den Desktop Rechnern wird auch die Schädlingsprogrammierer abhalten....   :)

/dev/urandom

  • Gast
Re: Einblick in Linux Mint 12 "Lisa"
« Antwort #13 am: 05.11.2011, 05:30:17 »
Wo hast du diese Zahlen her? Ein Prozent - sagt wer?

Linux Mint versucht eben nicht, die Tabletoberfläche auf den Desktop zu bringen. "Lisa" soll vielmehr das untaugliche Gnome 3 mit einer brauchbaren Desktopoberfläche versehen, um diesen Logikfehler vergessen zu machen. Sozusagen die bewährte Kombination auf neuer Basis. Anders ausgedrückt: Dieselbe Karosserie, aber ein völlig neuer Motor.

Korfox

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Re: Einblick in Linux Mint 12 "Lisa"
« Antwort #14 am: 05.11.2011, 06:47:10 »
Erstmal: Auch von mir herzlichen Dank für die Übersetzung.

Ich warte gespannt auf MGSE und allgemein auf die Zukunft von Mint. Vielleicht kommt es tatsächlich in naher Zukunft so weit, dass ich Mint wieder produktiv einsetzen werde.
Aber bei allem Überschwang möchte ich nicht vergessen, dass die Integration von Gnome 2.32 in Symbiose mit Compiz 0.9.x ein völliger Griff ins Klo war, der immernoch für einen ganzen Haufen Probleme sorgt. Allgemein war es in meinen Augen nicht sehr durchdacht, wie Gnome 2.32 in Mint 11 integriert wurde. Durch Updates kamen immer mehr Gnome3-Komponenten, die dann wieder dafür sorgen, dass Oanels abschmieren usw. usf. - alles in Allem einfach lieblos zusammengeflickt.
Bei LMDE bin ich immernoch der Meinung, dass da viel gute Arbeit dahinter steckt, man sich aber teilweise auch einfach etwas übernommen hat.

Ich hoffe einfach, dass das jetzt anders sein und man sich - was stabilität angeht - kein Vorbild an Mint 11 nehmen wird ;). Dass das Mint Team Erweiterungen und eigene Applikationen entwickeln kann haben sie ja wirklich mit den MintTools bewiesen - und hier geht es ja weniger um eine Desktop-Integration als mehr um Tools und Apps ;)

 

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