Einführung In LMDE

Getestet mit: ☑ LMDE 4

Einführung in LMDE 4

Einleitung

Was ist Linux Mint Debian Edition (LMDE)?

  • Linux Mint Debian Edition (LMDE) basiert auf dem Debian Stable Zweig.
  • Der Zweck von LMDE ist ein System, das genauso aussieht und die gleiche Funktionalität bietet wie die auf Ubuntu basierende Main Edition,
    gleichzeitig aber auf Debian basiert.
  • LMDE ist 100% mit Debian kompatibel, welches wiederum nicht mit Ubuntu kompatibel ist, da Ubuntu auf Debian aufbaut und nicht umgekehrt.
  • Eine neue LMDE-Version erscheint in der Regel alle zwei Jahre - kurze Zeit nach einem neuen Debian Stable Release.
    Die alte LMDE-Version wird danach noch ca. 3 Monate weiter mit Updates versorgt.

 
 

Unterschiede zu Linux Mint (Ubuntu Edition)

  • LMDE steht in 32 und 64-bit zur Verfügung - im Gegensatz zu Linux Mint (Ubuntu Edition), das seit Version 20 nur noch die 64-bit Architektur unterstützt.
  • Das System ist etwas schlanker und läuft in der Regel flüssiger, als das auf Ubuntu basierende Linux Mint.
  • LMDE besitzt keine Treiberverwaltung. Treiber müssen ggf. selbst installiert werden, die passenden Pakete sind üblicherweise in den Paketquellen enthalten.
  • Das Hinzufügen von PPA's wird nicht unterstützt. Dadurch wird eine potenzielle Sicherheitslücke, die durch das Hinzufügen von Fremdquellen entsteht, vermieden.
  • Die Aktualisierungsverwaltung beinhaltet keine Kernelverwaltung. Es ist ratsam, für den gesamten Supportzeitraum beim Debian-Distributionskernel zu bleiben.
    Wer hardwarebedingt auf neuere Kernel angewiesen ist, kann diese aus den Backports installieren.
  • In LMDE sind standardmäßig die Quellen aus Debian Stable, die Debian Backports und die Linux Mint-Quellen aktiviert. Aus den Linux Mint-Quellen wird immer vorrangig installiert, von dort wird auch der aktuelle Cinnamon-Desktop verteilt und ggf. aus einem neueren (Ubuntu-)Mint zurückportiert.
  • Beim Einhängen von Partitionen wird das Administrator-Passwort verlangt.
  • Firefox liegt in der Version ESR (Extended Support Release) vor.


 

Download

Offiziell erscheint die Linux Mint Debian Edition nur mit dem Cinnamon-Desktop und kann als ISO-Datei in 32 und 64-bit auf der Linux Mint-Seite heruntergeladen werden.
Hier im Forum stehen neben der Version mit Cinnamon auch inoffizielle ISO's mit den Desktops Mate und LXDE in 32 und 64-bit zur Verfügung.

 
 

Installation

Festplatte einrichten und partitionieren

Eine umfassende Anleitung ist hier im Wiki verfügbar: Arbeiten mit GParted.

 
 

LMDE installieren

Eine ausführliche Anleitung gibt es hier im Wiki: Installation von Linux Mint Debian Edition 4.

 
 

Deutsche Sprachpakete nachrüsten

Ist der Computer während einer Installation nicht mit dem Internet verbunden, kann das Installations-Programm keine deutschen Sprachpakete herunterladen.
Diese lassen sich jedoch folgendermaßen nachrüsten:
 

Firefox

Sollte Firefox noch nicht in deutscher Sprache installiert sein, geht man ins Terminal und gibt folgenden Befehl ein:

sudo apt-get install firefox-l10n-de
 

Fortune

Um beim Start im Terminal deutschsprachige "Glückskekse" und andere humorvolle Aphorismen angezeigt zu bekommen, führt man im Terminal folgenden Befehl aus:

sudo apt-get install fortunes-de
 

GIMP

In den Paketquellen steht auch das umfangreiche Bildbearbeitungsprogramm GIMP zur Verfügung. Wer neben der eigentlichen Software die Hilfe in deutscher Sprache benötigt, kann diese im Terminal mit folgendem Befehl installieren:

sudo apt-get install gimp-help-de
 

LibreOffice

Sollte die Büro-Suite LibreOffice noch nicht in deutscher Sprache installiert sein, holt man dies im Terminal mit folgendem Befehl nach:

sudo apt-get install libreoffice-help-de libreoffice-l10n-de
 

Thunderbird

Falls Thunderbird noch nicht in deutscher Sprache installiert ist, öffnet man das Terminal und führt folgenden Befehl aus:

sudo apt-get install thunderbird-l10n-de

 
 

AMD-Grafiktreiber installieren

Wer für seine AMD-Grafikkarte den proprietären Treiber installieren möchte, kann dies folgendermaßen tun.
 
1) Durch Eingabe des folgenden Befehls im Terminal lässt sich die verbaute Grafikkarte identifizieren:

lspci -nnk | egrep -i "VGA|3D|Display" -A2 oder inxi -x -G
2) Um die aktuelle Version des Treibers aus den Paketquellen zu installieren, muss man im Terminal folgenden Befehl ausführen:sudo apt-get install firmware-linux-nonfree libgl1-mesa-dri libglx-mesa0 mesa-vulkan-drivers xserver-xorg-video-allund anschließend das System neu starten.
Hinweis: Normalerweise wird dabei nur das Paket mesa-vulkan-drivers neu installiert.

Mehr Informationen dazu im Debian Wiki: AMD/ATI Drivers

 
 

Nvidia-Grafiktreiber installieren

Um die aktuelle Version des proprietären Treibers aus den Paketquellen zu installieren, geht man folgendermaßen vor.
 
1) Zunächst wird im Terminal das Paket nvidia-detect installiert:

sudo apt-get install nvidia-detect
2) Jetzt kann durch Eingabe des folgenden Befehls im Terminal der passende Nvidia Treiber ermittelt werden:nvidia-detect
3) Für gewöhnlich wird man nun aufgefordert, das Paket nvidia-driver zu installieren. Dazu im Terminal folgenden Befehl eingeben:sudo apt-get install nvidia-driverund anschließend das System neu starten.

Mehr Informationen dazu im Debian Wiki: NvidiaGraphicsDrivers

 
 

Windows-Schriftarten installieren

Sollte die Schrift auf Webseiten oder in Dokumenten falsch dargestellt werden, kann man einige der Schriftarten von Windows nachinstallieren.
 
Dazu führt man im Terminal folgenden Befehl aus:

sudo apt-get install ttf-mscorefonts-installer
Die Schriftart Tahoma wurde nicht von Microsoft freigegeben, ebenso wenig wie die neuen Schriften ab Windows Vista.

 
 

Pakete aus den Backports installieren

Die Pakete in LMDE basieren auf dem aktuellen Debian Stable Release. Sie werden über die gesamte Releaselaufzeit gepflegt und garantieren zuverlässige Stabilität und Kontinuität bei allen Schnittstellen. Wer auf neuere Paketversionen angewiesen ist, kann auf die Debian Backports zurückgreifen. Backports sind zurückportierte Paketversionen und stammen hauptsächlich aus Debian Testing (dem zukünftigen Stable Releasekandidaten).
Die Backports werden allerdings nicht so intensiv gepflegt - oberste Priorität bei Updates haben immer die Stable-Pakete. Daher wird empfohlen, die Backports eher sparsam zu verwenden und nur auf sie zurückzugreifen, wenn die derzeitige Installation eine bestimmte Funktion definitiv nicht erfüllt, die aktuelle Version eines Backport-Pakets aber schon.
 
Installation: Pakete aus den Backports lassen sich auf folgende Weise installieren.

1) Zunächst sollte zunächst im Terminal die Paketliste aufgefrischt werden:

sudo apt-get update 
2) Pakete aus den Backports können mit folgendem Befehl im Terminal installiert werden:sudo apt-get install -t buster-backports PAKETNAMEFür PAKETNAME bitte das gewünschte Paket bzw. die gewünschten Pakete eintragen. Da das aktuelle Debian Stable den Namen "Buster" trägt, nennt sich die Quelle "buster-backports" und muss für zukünftige Releases ggf. angepasst werden.
 

Downgrade: Wer von der Version aus den Backports wieder auf das Stable-Paket zurückgehen möchte, tut dies folgendermaßen.

1) Zunächst werden die Backport-Pakete gelöscht, dazu im Terminal folgenden Befehl ausführen:

sudo apt-get purge PAKETNAMEPAKETNAME ist wieder zu ersetzen mit dem jeweiligen Paket bzw. den jeweiligen Paketen.
 
2) Anschließend bitte die Paketliste im Terminal auffrischen mit:sudo apt-get update 
3) Danach das gewünschte Paket oder die gewünschten Pakete ohne den Zusatz "-t buster-backports" installieren:sudo apt-get install PAKETNAME

 
 

Problembehandlung

Unterstützung finden

Viele Antworten, Anleitungen und Hilfestellungen findet man im LMU Wiki oder im Debian Wiki.

 
 

WLAN bricht regelmäßig ab

Betroffenen sind einige WLAN-Karten mit Broadcom Chipsätzen, die den wl Treiber nutzen. Falls häufige Verbindungsabbrüche auftreten, kann es helfen, das WIFI Power Management abzuschalten. Hier gibt es eine Liste mit den betroffenen Geräten.
 
1) Zunächst wird mit folgendem Befehl im Terminal überprüft, ob das Power Management aktiv ist:

iwconfig Sollte dort "Power Management:on" stehen, kann man es dauerhaft abschalten.
 
2) Dazu mit diesem Befehl im Terminal die Datei /etc/NetworkManager/default-wifi-powersave-on.conf erstellen:sudo -H xed /etc/NetworkManager/conf.d/default-wifi-powersave-on.conf und folgenden Inhalt eintragen:[connection]
wifi.powersave = 2
 
3) Zusätzlich sollte noch das Paket laptop-mode-tools installiert werden. Dazu im Terminal folgenden Befehl ausführen:sudo apt-get install laptop-mode-tools 
4) Anschließend muss die Datei /etc/laptop-mode/conf.d/wireless-power.conf bearbeitet werden. Dazu wieder im Terminal folgendes eingeben und bestätigen:sudo -H xed /etc/laptop-mode/conf.d/wireless-power.conf
Jetzt in der Datei nach der Zeile WIRELESS_BATT_POWER_SAVING= suchen und wie folgt ändern:WIRELESS_BATT_POWER_SAVING=0Falls diese Zeile nicht existiert, bitte einfach so eintragen.
 
5) Nach einem Systemneustart sollte das Power Management abgeschaltet sein. Überprüfen lässt sich das im Terminal mit:iwconfigDie gewünschte Ausgabe ist "Power Management:off".

 
 

Spracheinstellung nachträglich korrigieren

Wer während der Installation von LMDE mehr auf die Deutschlandflagge, als auf den Text geachtet hat und sich nun über die komische Übersetzung wundert, hat wahrscheinlich "German, Low (Germany)" anstatt "German (Germany)" ausgewählt. Um das zu ändern, wechselt man ins Terminal und führt folgenden Befehl aus:

sudo dpkg-reconfigure locales
Jetzt setzt man - mit der Leertaste - nur bei "de_DE.UTF-8 UTF-8" ein Häkchen und entfernt alle anderen.
Die hier gemachten Angaben werden in der Datei /etc/locale.gen gespeichert.

 
 

Tipps

Alte Kernel-Versionen sicher entfernen

Wenn man sein System schon lange Zeit betreibt, sammeln sich zahlreiche Kernel an. Denn wird bei einem System-Update ein neuer Kernel installiert, der Probleme bereitet, kann man einfach das System mit einem alten Kernel weiter nutzen. Deshalb empfiehlt es sich, mindestens einen älteren Kernel im System zu behalten.
Um nicht genutzte Kernel sicher aus dem System zu entfernen, geht man folgendermaßen vor.
 
1) Zunächst wird mit folgendem Befehl im Terminal der aktuell geladene Kernel ermittelt:

uname -rDiesen bitte nicht löschen!
 
2) Mit diesem Befehl lassen sich im Terminal alle installierten Kernelpakete auflisten:dpkg -l | grep linux-[ghim]
Pro Kernel-Version sind drei Pakete zu entfernen (hier am Beispiel des Kernels 4.19.0-10):
  • linux-headers-4.19.0-10-amd64
  • linux-headers-4.19.0-10-common
  • linux-image-4.19.0-10-amd64
3) Entfernen kann man die Pakete im Terminal mit folgendem Befehl:sudo apt-get purge linux-headers-4.19.0-10-amd64 linux-headers-4.19.0-10-common linux-image-4.19.0-10-amd64Hier am Beispiel des Kernels 4.19.0-10, diesen bitte durch die zu entfernende Version ersetzen.
 
4) Damit die entfernten Kernel auch aus dem Bootmanager verschwinden, muss im Terminal abschließend nochsudo update-grubausgeführt werden.

 
 

Schließen von abgestürzten GUI-Anwendungen erzwingen

1. Möglichkeit: einmalig (Cinnamon)

Anwendung ausführen (Alt+F2 oder im Terminal):

xkill

Der Cursor verwandelt sich in ein dickes weißes Kreuz. Damit klickt man nun auf das abgestürzte Fenster, woraufhin dieses augenblicklich geschlossen wird. Sollte man sich dazu entscheiden doch kein Programm zu beenden, reicht ein Klick mit der rechten Maustaste, um wieder zum normalen Cursor zurückzukehren.

 
2. Möglichkeit: dauerhaft (Cinnamon)

Anwendung ausführen (Alt+F2 oder im Terminal):

cinnamon-settings keyboard

Auf das Register "Tastenkombinationen" wechseln und links "Eigene Tastenkombinationen" auswählen. Danach auf "eigene Tastenkombination erstellen" klicken und unter "Name" und "Befehl" folgendes eingeben:

xkill

Auf "Hinzufügen" klicken. Als nächstes klickt man unten auf den den Eintrag "nicht zugeordnet" und gibt die gewünschte Tastenkombination ein. Dabei aufpassen, dass keine bereits belegte Kombination überschrieben wird. Danach das Fenster schließen.

Der Cursor verwandelt sich, nachdem man die gewählte Tastenkombination betätigt hat, in ein dickes weißes Kreuz. Damit klickt man auf das abgestürzte Fenster, woraufhin dieses augenblicklich geschlossen wird. Sollte man sich dazu entscheiden doch kein Programm zu beenden, reicht ein Klick mit der rechten Maustaste, um wieder zum normalen Cursor zurückzukehren.

 
 

Links

     • Linux Mint Debian 4 released! (englischsprachig)
     • Linux Mint Debian 4 Installationsanleitung
     • Arbeiten mit GParted
     • Linux Mint Debian auf linuxmintusers.de
     • Debian GNU/Linux Anwenderhandbuch
     • Debian Wiki