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Autor Thema: [erledigt] LinuxMint auf Basis Ubuntu vs. LinuxMintDebian, Erfahrungen, Vorteile, Nachteile  (Gelesen 45196 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

orakles

  • Gast
[erledigt] Re: LinuxMint auf Basis Ubuntu vs. LinuxMintDebian, Erfahrungen, Vorteile, Nachteile
« Antwort #15 am: 19.01.2016, 11:20:57 »
@dochifi: Jessie ist schon in den Stick gesperrt. Aber LMDE ist doch naheliegender ... .
« Letzte Änderung: 19.01.2016, 12:52:51 von orakles »

Zitat
Aber LMDE ist doch naheliegender ... .
Nicht für mich, ich bevorzuge das Original ohne grün.


orakles

  • Gast
Ubuntu kommt nicht ganz gut bei weg, hi, hi.

Noch ist es ja so dass die Debian Edition nicht ganz die Aufmerksamkeit der Ubuntu-Versionen, allen voran Cinnamon, bekommt oder?

Meine persönliche Theorie, bzw was heißt Theorie aber was ich mir halt gut vorstellen könnte ist dass Mint (und andere Ubuntu-basierte Distros) auf lange Sicht sowieso zu Debian als Basis wechseln.

Canonical scheint in Zukunft mit Ubuntu seine eigenen Wege gehen zu wollen und schert sich nicht allzuviel darum was sonst so in der Linuxwelt passiert.
Ob man sich an die Entscheidungen dieses Unternehmens wirklich binden will? Bzw jeden Weg mitgehen den Ubunut einschlägt?

Klar es gibt durchaus Unterschiede, aber ganz grob gesagt kann man Ubuntu eh als eine Art modifiziertes Debian sehen. Mit Debian hat man halt gleich "die Grundlage".
Ein blankes System mit einem rießen Vorrat an Paketen, dpkg und deb. Das eignet durchaus als Basis auf die man bauen kann und so wurde ja auch irgendwan mal die Ubuntu-Welt erschaffen. Mit einer festen Philosophie und einem Auge auf das was die Nutzer wollen wird Debian eher weniger radikale Entscheidungen einfach so nach eigenem Geschmack treffen wie eine Firma ala Canonical.

Also je nachdem was mit Ubuntu so passiert seh ich es sowieso kommen dass Mint wenn es denn die nächsten Jahre weitergeführt wird und das Projekt nicht irgendwann stirbt, irgendwann mal auf Debian bauen wird.

Das ist es, was mir an LinuxMint gefällt.
Keine einfache Trittbrett-Fahrerei,
sondern eigene Anstrengung,
der Versuch, bereits Vorhandenes besser zu machen
und nicht das Rad neu erfinden.

Edith hat ein Komma eingefügt.


TommyLMDE

  • Gast
Was ist anders, besser, schlechter?
Welche Vor- und Nachteile von LinuxMintDebian gegenüber LinuxMint auf Ubuntu-Basis seht ihr?
Das lässt sich nicht so einfach beantworten und reduziert sich imho eher auf philosophische Aspekte. Denn eines ist nicht zu vergessen: Ubuntu basiert technisch auf Debian...Punkt! Und die LMDE sowieso. Ein paar wesentliche Unterschiede gibts natürlich, aber die liegen eben eher in den Ansichten derer, die für Debian oder Ubuntu verantwortlich sind. Um einige Beispiele zu nennen:

1. Debian bleibt während seines Versions-Lebenszyklus "stable". Das heisst, das OS und die installierte Software  ändern sich dann nicht mehr großartig, wenn es einmal abschliessend installiert ist. Es kommen nur noch Bugfixes und Secure-Patches rein. Daraus resultiert, dass das System in hohem Maße auch sicher gegen Manipulation ist... einfach deshalb, weils sich nicht mehr grossartig ändert.

2. Debian kennt gottseidank keine ppa's  und verwendet nur das eigene Repository. Das heisst, in Debian gibts keine sich automatisch über fremde Quellen aktualisierende Programme, was wiederum natürlich auch wieder ein deutlicher Hinweis auf ein sichereres Betriebssystem ist. Jedes Betriebssystem, dass sich automatisch aus potentiell unsicheren Quellen updatet, weil man das selber so eingerichtet hat, beinhaltet ein hohes Sicherheitsrisiko.

3. Debian verwendet diesen sudo-Quatsch nicht, der zudem noch einen 5-Minuten-Timeout beinhaltet oder gar die Mitgliedschaft des Users in der Gruppe sudo. Der Kreis eines potentiellen Risikos  schliesst sich hier bei gleichzeitiger Verwendung von fremden und unsicheren ppa-Quellen. Unter Debian wird man zu "root'", wenn mans braucht, macht seinen Job und meldet sich wieder ab. Da nur Programme aus dem offiziellen Repo verwendet werden (sollen), hat all das erheblich minimierenden Einfluss auf das Sicherheitsrisiko.

4. Debian verfolgt das Ziel keine unfreie Software zu verwenden. Ubuntu und Linux Mint (was ja auch nur ein grünes Ubuntu ist) interessieren sich nicht fürs Lizenzrecht und verwenden aus Windows extrahierte Blobs per default. Das ist natürlich bei Debian auch möglich, aber ein User muss das vorsätzlich freischalten um diese Treiber zu laden. Diese Haltung von Debian ist sicher ein bisschen ambivalent, weil man ja auch unter Debian seine Hardware on Board ans laufen bekommen möchte... nun ja....

5. Debian ist hinsichtlich des Admin-Gedanken völlig gegensätzlich zu z.B. Windows, wo quasi jeder User gleichzeitig auch lokaler Admin ist. Die Programmierer vieler WindowsProgramme erzwingen das aber auch geradezu, da ihre Anwendungen eben nur unter Admin-Rechten laufen. Damit ist natürlich irgendwelcher Schadsoftware Haus und Tür weit geöffnet. Und mit Schadsoftware meine ich nicht nur Viren, sondern auch durchaus beliebige proprietäre Anwendungen, von denen man nicht weiss, ob ihr Nebenjob nicht auch umfangreiches Datensammeln ist. Unter Debian keine Admin-Rechte zu haben, macht aber auf der anderen Seite das Leben ein wenig komplizierter.... es geht eben nicht mal alles mit Klicki-Bunti, man muss manchmal etwas mehr Zeit und Grips investieren. Ubuntu hat sich m.E. für die schlechtere Wegrichtung entschieden, in dem so ein bisschen das schlechte der  Windowswelt kopiert wurde, ums dem Anwender leichter zu machen... z.B.  das zuvor genannte "sudo" als Programm und die obligatorische Mitgliedschaft in "sudo", das Zulassen einer Eintragung von sich automatisch aktualisierenden fremden Quellen, viel zu häufige Updates, die über reine Secure-Patches und Bugfixes hinausgehen, viel zu häufige grundsätzliche  Systemwechsel. Denn m.E. muss man wirklich nicht immer die gerade neueste Version eines Programmes haben. Ich würde kein Programm einfach so updaten, wenn sich nicht gravierende Zwänge dazu ergeben. Und der Lebenszyklus von Debian beschert mir durchaus mehr und angenehme Kontinuität.

6. Wer Software-Sammler ist und alles mögliche runterlädt und ausprobiert und wieder löscht und sein System ständig selber durch Veränderungen belastet, ist vielleicht bei Debian nicht optimal aufgehoben.

Fakt ist, dass Linux solange ein sehr sicherers Betriebssystem ist, solange der Anwender nicht aus Unwissenheit die Sicherheit selber aushebelt. Das gilt erst mal für Debian ebenso wie für Ubuntu. Aber.... Debian unterstützt den Anwender m.E. konsequent mehr darin, die Sicherheit nicht zu gefährden. Ubuntu kommt dafür mehr der Unkenntnis der Anwender entgegen und versucht es ihm einfacher zu machen.... aber das imho auf Kosten der Sicherheit.

Wenns um die Entscheidung Ubuntu oder Debian geht, wäre mein Rat immer: Lerne Linux mit Ubuntu und/oder der LMDE kennen, weils Dir am Anfang am meisten Hilfe bietet und am wenigsten Probleme bereitet (es sein denn, du wählst die KDE). Und wenn Du ausreichend Bescheid weisst, lösche es wieder und nimm nur noch Debian. Mit den bei Debian bestehenden Einschränkungen, die manchmal auch unbequem sind, bekommt man im Gegenzug ein stabiles und sicheres Betriebssystem.



« Letzte Änderung: 19.01.2016, 22:53:54 von TommyLMDE »

Zitat
Debian kennt diesen sudo-Quatsch nicht,
Doch Debian kennt das sehr wohl.

TommyLMDE

  • Gast
Zitat
Debian kennt diesen sudo-Quatsch nicht,
Doch Debian kennt das sehr wohl.

Sorry... du warst zu schnell.... :)...  ich hatte das beim Korrekturlesen noch mal  auf "verwendet" geändert. Beim Installer wirst du konkret aufgefordert, ein root-Pwd zu vergeben, mit dem Hinweis, dass das Überspringen ein hohes Sicherheitsrisiko darstellt. Erst im letzten Nebensatz der Hinweise wird beiläufig erwähnt, dass ohne root-PWD sudo installiert wird. Verwendet man den Installer allerdings gemäß der Defaults von Debian ist sudo nicht installiert.

Man hat zwar die Wahl, aber suggestiv hat man sie eben nicht. Der Text des Installers lautet gleich oben im allerersten Satz, wo man selbstverständlich zuerst liest:
Zitat
Sie müssen ein Passwort für "root", das Systemadministrator-Konto, angeben. Ein bösartiger Benuter oder jemand, der sich nicht auskennt und root-Rechte besetzt, kann verheerende Schäden anrichten."

Zitat
ein User muss das vorsätzlich freischalten um diese Treiber zu laden.

In LMDE2 sind die freigeschaltet.

Zitat
Beim Installer wirst du konkret aufgefordert, ein root-Pwd zu vergeben, mit dem Hinweis, dass das Überspringen ein hohes Sicherheitsrisiko darstellt. Erst im letzten Nebensatz der Hinweise wird beiläufig erwähnt, dass ohne root-PWD sudo installiert wird. Verwendet man den Installer allerdings gemäß der Defaults von Debian ist sudo nicht installiert.
So ist es.

TommyLMDE

  • Gast
In LMDE2 sind die freigeschaltet.
Ja sicher, weil ja Linux Mint auf Debian "stable" basiert, aber mit der Ubuntu-Philosophie betrieben wird. Und deshalb bleibt es dann eben nicht "stable" während seines Lebenlaufes, sondern wird zu etwas neuen.... eben zu Linux Mint nach Gusto der Distri-Bauer.

Ja sicher, weil ja Linux Mint auf Debian "stable" basiert, aber mit der Ubuntu-Philosophie betrieben wird. Und deshalb bleibt es dann eben nicht "stable" während seines Lebenlaufes, sondern wird zu etwas neuen.... eben zu Linux Mint nach Gusto der Distri-Bauer.
Nein, Mint-typisch "anwenderfreundlich" eben.
Egal ob LinuxMint oder LMDE.
« Letzte Änderung: 19.01.2016, 23:15:27 von aexe »

Auch ein echtes Debian ist anwenderfreundlich, muss man nur mal probieren.  8)

TommyLMDE

  • Gast
Ja sicher, weil ja Linux Mint auf Debian "stable" basiert, aber mit der Ubuntu-Philosophie betrieben wird. Und deshalb bleibt es dann eben nicht "stable" während seines Lebenlaufes, sondern wird zu etwas neuen.... eben zu Linux Mint nach Gusto der Distri-Bauer.
Nein, Mint-typisch anwenderfreundlich eben.
Meine Meinung war auch nicht abwertend gemeint. Und wenn ich ganz ehrlich bin, halte ich die LMDE sogar für einen wirklich ernsthaften Konkurrenten zu Windows. Die LMDE hat mir richtig gut gefallen, sie hat alle meine Sinne angenehm angesprochen, alles hat auf Anhieb funktioniert, Cinnamon sieht einfach toll aus.  Mit der LMDE haben die Bauer da meiner Meinung nach so ein richtig dickes Ei gelegt... klasse... und ein dickes Lob....

Auch ein echtes Debian ist anwenderfreundlich, muss man nur mal probieren. 
...und dennoch verwende ich heute auf allen Systemen nur noch die echte Jessie.... und noch nicht mal mehr einen Standard-Desktop....  und ich werde in absehbarer Zeit daran auch wohl nichts mehr ändern.... so sehr hat mich das, was Debian in der Tiefe bietet, überzeugt.