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Autor Thema:  die amerikanische Überwachung  (Gelesen 8336 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Jamuna

  • Gast
Re: die amerikanische Überwachung
« Antwort #135 am: 15.07.2013, 22:42:17 »
Zitat
Es reicht.

und das aus deinem Mund  :o

du hast hier 100.000 politisch ambitionierte Threads gestartet und jetzt verlangst du von jemandem anderem, er solle bitte die Klappe halten - ne ne ne, du enttäuschst mich.

"halt die Klappe" ist eigentlich eher mein Niveau, ich hab weder studiert, geschweige ne abgeschlossene Schulausbildung, auf gut deutsch, ich bin nur ne doofe Tussi - von dir erwarte ich ne sachlichere Auseinandersetzung mit dem Thema  ;)

mayleen

  • Gast
Re: die amerikanische Überwachung
« Antwort #136 am: 16.07.2013, 07:49:53 »
Also wenn du mich schon so angehst, dann zitier mich gefälligst vollständig. Kann reden so viel er will, aber bitte in nem anderen Thread, das ist hier nämlich mehr und mehr OT was er bringt.

Mich interessiert nicht ob jemand studiert hat oder nicht. Aber lesen hilft wirklich. Das lernt man in der Schule schon ;) "Halt die Klappe" habe ich weder wörtlich noch sinngemäß geschrieben.

Wenn man das von dir zitierte im Kontext liest merkt man das auch:
Da steht, wie du wahnsinnig korrekt zitierst "Es reicht." Da muss man sich als nächstes die Frage stellen, was ist "es"?
Woraus ergibt sich das? Richtig, aus dem davor stehenden Satz, der da lautet "Das Thema ist echt zu ernst, um es mit diesem off topic Zeug platt zu reden." Wir haben also drei Möglichkeiten: "Das Thema", "dieses off topic Zeug" oder "platt reden".
Aus welchem genau liest du "halt die klappe"?
« Letzte Änderung: 16.07.2013, 07:59:43 von mayleen »

guenter_q

  • Gast
Re: die amerikanische Überwachung
« Antwort #137 am: 16.07.2013, 08:22:33 »
"halt die Klappe" ist eigentlich eher mein Niveau, ich hab weder studiert, geschweige ne abgeschlossene Schulausbildung, auf gut deutsch, ich bin nur ne doofe Tussi

na, das sind doch alles positive Merkmale und lassen auf einen gesunden Verstand schließen. Schaue Dir mal an, was die sogenannten Gebildeten aus diesem Planeten gemacht haben.

Re: die amerikanische Überwachung
« Antwort #138 am: 16.07.2013, 09:59:06 »
Brrrr......


Dabei wollte ich eigentlich nur auf diesen Missstand aufmerksam machen.
Ein wenig subtil vielleicht, aber dennoch.

Leute, wenn ihr euch schon nicht vertragen könnt, wie wollt ihr denn den "Weltfrieden" (komisch dabei erinnere ich mich immer an diesen
seltsamen Film mit den Modells wo die das als Slogan vertreten haben..) realisieren?


Seid doch lieb zueinander oder haut euch wenigstens offen.
Dann mach ich den Zuschauer und hole mir noch was zu knappern nebenbei.

Davon ab finde ich das Thema eigentlich erschreckend.

Meines Erachtens - und ich nehme nicht für mich in Anspruch, die Weisheit gepachtet zu haben - verändert diese fortwährende Überwachung, Spionage .... das ganze soziale Gefüge der Menscheit.
Die Art, sich zu artikulieren, die Wortwahl, die Themen werden wohl bald überdacht werden, damit man nicht zufällig durch eine unbedachte
Äußerung in einer dubiosen Datei landet.
Auch die Kontakte werden wohl bald überdacht werden... man könnte ja mit dem, der zwar verschrobene Ansichten hat, aber sonst recht
nett ist, in einen Topf geworfen werden.
Bald wird man anfangen, zu überdenken, in welchen Kreisen bewegt sich mein Bekanntschaft. Kann ich es mir leisten, diese Freundschaft
aufrecht zu halten oder wird dies zur meiner eigenen Ausgrenzung beitragen. Werden meine Kinder dies ausbaden müssen?

Es gab so was schon mal. Nicht lange her. Und hinterher hatte man gesagt, das hättet ihr doch merken müssen.
Warum hat denn da keiner was gegen unternommen? Wie konnte das passieren?

Ich glaube indirekte Zensur ist der richtige Begriff. Du kannst zwar alles sagen, dich mit jeden treffen, aber du musst damit rechnen,
dass daraus Konsequenzen entstehen könnten.
Also... sei auf der Linie, sei konform.

Aktuell... sage bloß nichts gegen die Tommy, die sind ja in der EU. Sage nichts gegen die Amis, die sind ja unsere Freunde.
Und nimm bloß nicht Länder argumentatorisch in Schutz, die auf der Liste der Bösen stehen.
Auch, wenn die durchaus mit dem einem oder anderen Recht haben könnten.

Die Israelis haben auf jeden Fall mit allem Recht. Egal, was sie machen und tun.
Lager, die weit ab, der Menschenrechte eingerichtet werden, sind natürlich zu tolerieren, sofern die von befreundeten Staaten eingerichtet
werden. Auch ohne Gericht, ohne Anwalt. Waterboarding ist erst dann verwerflich und Folter, wenn es auch von denen offiziell so anerkannt wird.

Schöne neue Welt.



guenter_q

  • Gast
Re: die amerikanische Überwachung
« Antwort #139 am: 16.07.2013, 10:44:11 »
lemmi:

Guter Beitrag !!

Ich befürchte aber, das er die Welt nicht verändern wird. Denn dazu müßte jeder bei sich selber anfangen, weil wir in der westlichen Welt seit Jahzenhnten auf Kosten der Anderen leben. Wir müßten konsequent anders leben und Verzicht üben. Aber warum? Dann lieber immer mit dem Finger auf andere "bösen Buben" zeigen, jede Woche eine andere Sau durchs Dorf jagen, damit sich das schlechte Gewissen nicht meldet.


 

Re: die amerikanische Überwachung
« Antwort #140 am: 16.07.2013, 11:30:25 »
Wohl war...


Seltsam finde ich es nur, dass wir uns nach wie vor als Demokratie bezeichnen.

Und der Gipfel schlechthin ist, dass wir angeblich die soziale Marktwirtschaft haben und uns als demokratischer Rechtsstaat bezeichnen.

In einer Demokratie und vor allem in einem Rechtsstaat gilt meines Erachtens immer die Unschuldsvermutung.
D.h. aber auch, dass ich niemanden nur auf Verdacht, oder gar, weil er grad mal dabei ist, in die persönlichkeitsrechte eingreifen kann und darf.
Dies wird nun massenhaft und voller Elan unterlaufen.

Die Frage ist daher, sollten wir uns umbenennen? Deutsches Volksvertreter Diktoriat?

Ist schon mal jemanden aufgefallen, dass es ausgerechnet diejenigen sind, die so vehement die Daten des gesamten Volkes sammeln und zugängig haben wollen, die sich ebengleich vehement gegen jede Art der Eigenüberwachung (Nebenverdienste etc.) wehren?
Die Frage die sich stellt ist dann, wessen Herren Diener sie noch sind.



mayleen

  • Gast
Re: die amerikanische Überwachung
« Antwort #141 am: 16.07.2013, 14:22:02 »
Ich verweise mal auf eine sehr schöne Darstellung des Problems hier
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ueberwachung/ranga-yogeshwar-im-gespraech-mit-dietmar-dath-rechnen-sie-damit-lebenslang-ein-verdaechtiger-zu-sein-12279206.html



Zitat
Ist schon mal jemanden aufgefallen, dass es ausgerechnet diejenigen sind, die so vehement die Daten des gesamten Volkes sammeln und zugängig haben wollen, die sich ebengleich vehement gegen jede Art der Eigenüberwachung (Nebenverdienste etc.) wehren?

Genau so, wie sie sich aufregen, dass EU Büros verwanzt sind. Aber wenn man uns ständig abhört, ist das in Orndung, weil wir sind ja potentiell gefährlich-?-

In dem Artikel spricht er übrigens auch kurz den von Jamuna oben angesprochenen Punkt an. An der Stelle kann ich dem gar nicht widersprechen. Verschlüsselung löst das Problem nicht. Das ist genau so, wie ein Schloss an der Türe nicht dazu führt, dass es keine Diebe mehr gibt ^^ Aber den Punkt finde ich an sich gut, solange er nicht zu Ohnmacht und Unterlassung führt.

Re: die amerikanische Überwachung
« Antwort #142 am: 16.07.2013, 15:26:33 »
@mayleen

Rangar ist einfach klasse, der Artikel triffts auf den Punkt.

Eins zeigt sich bei dieser ganzen Entwicklung immer mehr.
Die Nationalstaaten mit ihren lokal begrenzten Gesetzmäßigkeiten werden im Zusammenspiel des weltweiten Internets und dessen Gebrauch immer machtloser.
Wir werden unseren Denken wie auch die  Gesetzmäßigkeiten in den nächsten Jahrzehnten radikal umstrukturieren müssen.

Wie wird das aussehen? Ich weiß es nicht, vlt. haben unsere Kinder entsprechende Antworten.
Vlt. wird eine Lösung sein, dass das Internet und die Schnittpunkte dazu. (Internetknoten) nicht im nationalen Besitz sein dürfen.

Man kann durchaus von einer technischen Revolution sprechen die unsere Gesellschaft stärker verändern wird wie alles was
die letzten 2000 Jahre passiert ist.

Re: die amerikanische Überwachung
« Antwort #143 am: 16.07.2013, 15:29:58 »
Ich würde vielmehr auf die Wichtigkeit der EU Wahlen, die ja so gerne als nebensächlich bezeichnet werden, verweisen.
Immerhin schaffen es die Wähler, unbedarfte Arzthelferinnen dorthin zu wählen und den Lobbyisten auszusetzen.

mayleen

  • Gast
Re: die amerikanische Überwachung
« Antwort #144 am: 16.07.2013, 17:44:52 »
@Gas
Stimmt. Mit nationalen Gesetzen ginge da nix. Aber mal ehrlich: Solche gibt es ohnehin kaum, also brauchen wir uns da auch keinen Kopf machen, dass die nix brächten, gäbe es sie denn.

@lemmi
Jo, ich sag den leuten auch lieber vor der EU Wahl sie sollen wählen ^^

@all
Jetzt hat sogar der Spiegel!!! mal seinen Senf dazu geben und einen Artikel geschrieben in dem er sich kurz mit "ich hab doch nix zu verbergen" bullshit befasst.
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/fuenf-schlechte-argumente-fuer-mehr-ueberwachung-a-911202.html

Das wird ja am Ende noch mainstreamig xD
Andererseits scheinen immer noch Leute den Knall nich ganz gehört zu haben ...

mayleen

  • Gast
Nichts zu verbergen, nicht so schlimm und man kann nix machen? Doch!
« Antwort #145 am: 17.07.2013, 16:13:31 »
Es ist schlimm und wir können was tun!

Ich hatte doch noch die Zeit, mich inhaltich weiter mit ein paar Dingen auseinanderzusetzen:

Nichts zu verbergen?

Wenn Regierungen Informationen sammeln oder auswerten reagieren die meisten Leute sorglos, weil sie ja nichts zu verbergen hätten und das nur dann ein Problem ist, wenn man irgendwas falsch gemacht hat. Wenn man was falsch gemacht hat verdient man auch nicht, das zu verbergen.

Das Problem an diesem Argument „nichts zu verbergen“ ist, dass es vom Thema ablenkt. Das Thema heißt Privatsphäre. Mit dieser Ablenkung werden aber in der Gesellschaft Eingriffe in die Privatsphäre gerechtfertigt, mit der sich das Argument inhaltlich gar nicht beschäftigt. Viel mehr spricht es ihr von vorne herein die Existenzberechtigung ab. Denn wer nichts zu verbergen hat, braucht sich nicht vor dem Entdeckt werden fürchten.
Viele der Repliken bewegen sich ebenfalls jenseits des eigentlichen Punkts. So heißt es beispielsweise:
- Dann hast du sicher kein Problem, eine Kamera im Schalfzimmer aufzustellen.
- Zeig mir bitte deine Kontodaten.
- Wenn du nichts zu verbergen hast, hast du kein Leben.
- Zeig mir deines, dann zeig ich dir meines.
- [Beliebiger böser Diktator] hätte das super gefunden.
Etc.

Hierbei wird das Argument aber nur in seinen entferntesten Auswüchsen angegriffen. Die staatliche oder unternehmerische Überwachung hingegen wird insoweit gar nicht angesprochen.

Der erste Schritt muss aber sein, zu Fragen, was Privatsphäre eigentlich ist. Jedoch lässt sich gerade dieser Begriff schwer fassen und kaum auf ein einfaches Konzept reduzieren, denn dazu ist Privatsphäre als Konstrukt zu komplex.

Angriffe auf die Privatsphäre sind vielfältig möglich. Durch die unerlaubte Benutzung von Daten, das Sammeln von Daten (auch ohne irgend ein Ergebnis), das veröffentlichen von Informationen etc. Darüber hinaus auch die Vertraulichkeit von Situationen, wie einem Gespräch in der Küche oder einem Spaziergang im Wald.

Die Privatsphäre erfasst in der Tat auch solche Daten die vordergründig unscheinbar und nicht besonders schützenswert sind, wie Geburtsdatum, Geschlecht, Adresse, Familienstatus etc.

Insgesamt geht es also hier sowohl um die klassische Überwachung im Orwell'schen Sinne, aber nicht weniger auch um Probleme, wie die Daten der Überwachung (weiter)verarbeitet werden.

Privatsphäre ist eine Ansammlung von mehr oder weniger zusammenhängenden Einzelaspekten, die sich nicht auf ein einfaches Konzept reduzieren lässt.

Davon ausgehend wird der erste fundamentale Fehler von „nichts zu verbergen“ offenkundig: Das Argument arbeitet unter der Annahme, dass es bei Privatsphäre darum geht, Informationen zu verstecken, eigene Missetaten zu verbergen.

Diese Annahme ist ein sehr guter Angriffspunkt, denn bei Privatsphäre geht es um viel mehr. Überwachung alleine kann nachweislich dazu führen, dass überwachte oder sich überwacht fühlende Personen Verhalten unterlassen, dass völlig legal ist (Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit etc.). Diese Privatsphäreneinschränkung ignoriert das Argument aber völlig, wegen seiner fehlerhaften Grundannahme.

Selbst wenn nur Informationen gesammelt werden, die niemand für versteckenswert hält, hat dies einen Einfluss auf Menschen und deren Privatsphäre.

Schon hier kann auch geschlussfolgert werden, dass das „nichts zu verbergen“ Argument schon die Existenz eines Problems verneint.

Ein weiterer Fehler im Argument „nichts zu verbergen“ ist, dass es verkennt, dass diese Überwachungssysteme nicht Fehlerfrei operieren können – weder die Computer, noch die Menschen. Es verkennt die Realität in der Fehlverhalten, Gleichgültigkeit oder Missbrauch von Beteiligten vorkommt. Es verkennt auch die Realität, dass dies auf der anderen Seite, in einem bürokratischen System wie unserem, dazu führt dass ein Gefühl von Hilflosigkeit, Lethargie und Frustration entsteht – Ohnmacht der Betroffenen. Zudem fehlt es in diesem System immer mehr an Transparenz und entsprechender Verantwortlichkeit. Für solche Fehler hält am Ende niemand den Kopf hin.

Es kann so auch eine Belastung für jene entstehen, die „nichts zu verbergen“ haben und sich nicht in ihrem Verhalten durch die Überwachung einschränken lassen.

Durch eine Kombination von scheinbar harmlosen Einzelinformationen lassen sich unglaublich tiefgreifende Aussagen über Menschen treffen.

Ein weiterer Punkt, den das Argument verkennt, ist, dass der beobachtete von den Erkenntnissen des Beobachtens ausgeschlossen wird. Er weiß bestenfalls das und wie er beobachtet wird, aber er wird grundsätzlich nicht erfahren, was für Schlussfolgerungen bei diesen Beobachtungen gezogen werden – egal wie falsch die sind. Dementsprechen hat er auch nicht die Möglichkeit Fehlannahmen oder Fehlbeobachtungen zu korrigieren. So entsteht ein absolutes Ungleichgewicht zu Gunsten der Beobachter. Aus juristischer Perspektive ist das ein massives Problem mit der Rechtssicherheit: Man weiß nicht woran man ist und hat keine Möglichkeit diesen Zustand zu ändern.

Hier schon lässt sich die Aussage treffen, dass in diesem System niemand weiß was er zu verbergen hat, denn er weiß nicht wie er von diesem System wahrgenommen wird und er hat auch keine Möglichkeit diesen Zustand zu ändern.

Folgeprobleme hiervon sind, wie lange das gespeichert wird und wer alles zugriff hat. Auch hier ist eine Rechtssicherheit nicht mehr realisierbar.

Zusammengefasst ist „nichts zu verbergen“ eine hohle Phrase. Diese hat keinen schlüssigen Inhalt und kein haltbares Konzept vorzuweisen, wenn man sich nur die Zeit nimmt, sie zu zerlegen.

Der Frosch im Wasser und „Das ist doch nichts neues, empört euch doch nicht so!“

Gerne wird dann auch gesagt, dass es eigentlich keinen Grund gibt sich so aufzuregen, weil das vorher bereits bekannt war.

Was ist schon schlimm daran, wenn hier und da ein paar mehr Telefonanrufe überwacht werden (im aktuellen Fall sind das dann wohl ziemlich alle). Was ist schon schlimm daran, wenn hier und da ein zwei neue Kameras an ein zwei neuen Plätzen auftauchen? Ist doch keine große Sache. Ein Überwachungssatelit für Falschparker? Toll, endlich wieder Parkplätze für die braven Bürger. Die wollen meine Köntoauszüge sehen und an Drittstaaten herausgeben? Gerne, ich hab ja … und bin ja kein … .

Ach hör doch auf mit den Verschwörungstheorien. Regierungen helfen uns doch nur. Die beschützen uns vor … . Die würden doch nie unbescholtene Leute daran hindern in ein Flugzeug zu steigen, weil sie Daten haben, nach denen einer mal einem eine Email geschrieben hat der mal mit einem telefoniert hat der bei einem gewohnt hat, dessen Tante im Verdacht steht einen … zu kennen! Nie!

Es wurden auch ganz bestimmt nie jemandem Konten gesperrt, weil irgendwer irgendwo einen Zahlendreher hatte und dann plötzlich Lieschen Müller einen terrorverdächtige war. Nie!

Wie war das gleich mit den Fehlern oder der Gleichgültigkeit und der Korrigierbarkeit bei solchen Strukturen → siehe oben.

Jede weitere Kamera. Jede weitere Möglichkeit von Unternehmen oder Staaten in die Privatsphäre einzudringen verstärkt das bereits vorhandene Problem. Jeder Schritt für Überwachung führt uns weg von einem Zustand in dem unsere Privatsphäre geschützt ist und wir auch die Mittel haben und bekommen diesen Schutz aufrecht zu erhalten. Da es Stück für Stück das was Privatsphäre mal war in eine Richtung verändert, an deren Ende wir keinen noch so kleinen Rest an Kontrolle über das haben, was mit uns(eren Daten) passiert und wer das alles anstellt.

Empört euch! Und zwar heute, weil morgen habt ihr und eure Kinder schon den nächsten Grund euch nicht mehr aufzuregen über die [Kamera]* von heute, weil sie da schon die übernächste aufstellen. Über die muss man sich natürlich nicht aufregen, denn das war ja klar, dass die kommt.

Und dass jemand eure [Post liest]** konntet ihr euch auch schon denken – klar! Deswegen ist das ja auch nicht schlimm, wenn man dafür harte Fakten bekommt. Kein Grund zur Empörung! Ihr habt ja nichts zu … .



Wenn man sagt es ist eh nichts neues, nachdem bekannt wurde, dass im Prinzip das gesamte Telekommunikationsnetz das wir benutzen vollständig überwacht wird, kommt danach auch wirklich nichts neues mehr, nicht wahr? Wenn ihr euch jetzt nicht aufregt, gibt es keinen späteren Punkt mehr, an dem noch irgendwas kommt, was schlimmer ist. Wenn nicht jetzt, wann denn? Die Überwachung im Internet lässt sich nicht mehr steigern. Es gibt keine nächste Kamera. Die letzte steht schon. Und wir haben die Aufstellung leicht verpennt.

*) Austauschbar mit einer beliebigen anderen Überwachungsmaßnahme.
**) Austauschbar mit einer beliebigen anderen Kommunikationsform.

„Verschlüsselung bringt doch auch nichts“ und „da kann man halt nichts machen“?

@Jamuna – den hier haben alle dir zu Verdanken. Danke an der Stelle für den Gedanken! Der hat mich wirklich weiter gebracht.

Selbst wenn man Leute davon überzeugt, dass da ein Problem besteht mit der Privatsphäre, dann reagieren viele mit Ohnmacht.
[Verschlüsselung]*** bringt ja eh nix, [die]**** können das sicher entschlüsseln, sonst gäbe es das ja nicht.
Im Falle von Verschlüsselung kann ich da nicht viel Primär Know How beibringen.

Diverse Whistleblower haben jedoch mit Verschlüsselung gearbeitet. Edward Snowden hat selbst gesagt, dass der Schwachpunkt am Ende der Leitung liegt, wenn man richtige Verschlüsselung einsetzt, so dass ich nicht davon ausgehe, dass sie gänzlich Effektlos ist. Edward Snowden hat zudem versucht Glenn Greenwald via PGP zu erreichen! (https://secure.huffingtonpost.com/2013/06/10/edward-snowden-glenn-greenwald_n_3416978.html) Wenn jemand sein Leben an PGP hängt, der von der Materie berufsbeding viel Ahnung hat, denke ist das ein deutliches Zeichen für die Qualität der Sicherheit, die das System bietet.

Aber davon mal abgesehen, will ich hier noch tiefer einsteigen: Ist Verschlüsselung grundsätzlich Knackbar? Klar. Bis auf eine ist jede Verschlüsselung ist knackbar (OneTimePad – das ist mathematisch unmöglich die Truhe ohne den Schlüssel aufzusperren). Das ist immer nur eine Frage des Aufwands.
Folgendes Szenario (Danke Jamuna): Gehen wir mal davon aus die Geheimdienste haben die Mittel ALLE MAILS zu entschlüsseln, die aktuell durchs Inet wandern und verschlüsselt werden. Gehen wir davon aus, dass die momentane Quote verschlüsselter Emails in jedem Fall lächerlich gering ist. Die Entschlüsselung kostet die zwei wesentliche Ressourcen ((Rechen)Zeit und Geld(Strom, Personal etc.)). Ist dann die logischen Konsequenz nicht, dass man so viele wie möglich zu verschlüsselung all ihrer Mails hinführt? Denn wenn wir mehr verschlüsselte Mails schreiben steigt auch deren Aufwand. Ich denke der Ansatz ist verfolgenswert. Selbst wenn man sich nicht vor Geheimdiensten schützt, dann wenigstens vor Stalker-Admins ;)

Selbst in diesem Szenario haben wir alle einen mittelbaren Vorteil davon, wenn wir unsere Emails verschlüsseln. Immerhin können wir selbst unter dieser Annahme die Überwachung aufwändiger machen.

Klar mache ich mich in dem System mit Verschlüsselung verdächtig, indem ich ein mir zustehendes Recht ausübe.
Politisch muss da sicherlich eine Lösung her, die nicht darin besteht, dass wir unsere Emails verschlüsseln müssen um unsere Privatsphäre zu schützen. Aber ich denke nicht, dass wir eine politische Lösung in irgendeiner Weise beeinträchtigen, indem wir uns mit uns zur Verfügung stehenden legalen Mitteln gegen die Überwachung vorgehen. Im Gegenteil sollten wir vielleicht anfangen unsere Privatsphäre wichtig zu nehmen, auch online, und sie nicht so verkommen lassen, wie wir das aktuell tun. Außerdem ist aktuell keine politische Verbesserung der Lage in Sicht, sondern das Gegenteil.

Also viel Spass beim Verschlüsseln ;)
***) Austauschbar mit einer beliebigen anderen Möglichkeit seine Privatsphäre zu schützen.
****) Stellvertretend für an der Informations(sammlung) interessierten.

Meine persönliche Konsequenz:

Eine von vielen: Ich bin dann mal raus aus dem unverschlüsselten öffentlichen Teil des Internets. Wie schon an einigen Stellen erwähnt, ist der Punkt erreicht, an dem ich das zu gruselig finde was abgeht, um einfach weiter zu machen, als wäre nichts. 

bye@all und danke für die coolen Diskussionen und diverse Linuxhilfen ;) Danke an die Admins&Neo für diverse Vermittlungen an diversen Stellen und für euer grundsätzlich offenes Ohr für meine Anliegen! Danke auch an Leonidas, der mir mehr als einmal die unverhoffte Lösung für meine subjektiv kniffligen Probleme präsentiert hat.

:'(
*klick*

Deine persönliche Konsequenz?
Ich habe doch nichts zu verbergen, das ist doch nicht so schlimm und verschlüsseln bringt auch nichts.
« Letzte Änderung: 17.07.2013, 16:20:20 von mayleen »

djeli

  • Gast
Re: die amerikanische Überwachung
« Antwort #146 am: 17.07.2013, 18:43:35 »
@mayleen Beitrag
auch wenn er das hier nicht mehr Liest.

Einfach wunderbar geschrieben und auf den Punkt gebracht.
Klasse !
djeli
« Letzte Änderung: 17.07.2013, 18:54:40 von djeli »

Re: die amerikanische Überwachung
« Antwort #147 am: 18.07.2013, 10:54:58 »
Hallo May,

ich hoffe Du liest noch mit, denn ich finde es schade wenn Du Dich aus dem Linuxsupport hier in diesem Forum vollständig zurückziehst.
Warum willst Du anderen nicht mehr helfen mit Deinem Wissen?

Den Support hier muss man doch nicht mit einer politischen Diskussion aus dem Caffe gleichsetzen wo politische Ansichten ausgetauscht werden.
Da verstehe ich durchaus, dass Du Deine Meinung nach den letzten Ereignissen nicht mehr kundtun möchtest.

Also, Du warst ein toller Supporter und ich habe Deine Beiträge immer gerne gelesen - gib Dir einen Ruck und erhalte
wenigstens den Linuxsupport am Leben.  ;)
 

djeli

  • Gast
Re: die amerikanische Überwachung
« Antwort #148 am: 19.07.2013, 11:48:15 »
Meine persönliche Konsequenz
Das Internet weiter benutzen,da ich mir von keinem vorschreiben lasse was ich zu tun habe oder nicht.

Wenn jemand aus dem unverschlüsselten Netz aussteigt werte ich das mal als Selbstschutz und das ist vollkommen legitim.

Das wir ausspioniert werden ist mir nicht gleichgültig weder von den eigenen Behörden noch von anderen.
Zur Erinnerung:Die Handy Frequenzen wurden erst freigegeben nachdem die Betreiber sichergestellt haben das das BKA in Echtzeit mithören konnte .
Die USA kümmern sich nicht um Internationale Rechte, ganz im gegenteil.Sie können noch nicht einmal Fehler eingestehen(siehe Guantanamo immer noch existent)
Kleiner Trost,Sie haben erst einen Krieg gewonnen und den auch nur zur Hälfte (Amerikanischer Bürgerkrieg 1861 bis 1865 ).
Wie schon gesagt wurde, je mehr wir Verschlüsseln um so mehr werden Ressourcen und Finanzmittel gebunden.

Der einzige Weg den USA das abhören so unangenehm wie möglich zu machen ist das Freihandelsabkommen an ganz strikte Bedingungen zu koppeln.
Darin sollten Abhörmaßnahmen genauso enthalten sein wie Patent rechte und Copyright rechte.
Außerdem würde ich auf Anerkennung des Internationalen Gerichtshof bestehen.
Was die USA wohl nicht akzeptieren werden,Sie würden Gefahr laufen ihre eigenen Führer dort zu sehen(H.Kissinger,D.Chany,G.W.Busch.....).

So was machen wir jetzt mit den Insulanern(GB)?Die sind mindestens genauso schlimm zudem ist es wohl das Land mit den meisten Finanzschlupflöchern.
Welche nicht minder gefährlich sind.

Wenn wir eine freie Welt wollen dürfen wir uns auch nicht von solchen Maßnahmen wie abhören und Zensur ins Boxhorn jagen lassen.
Egal ob USA,GB,Australien,Israel,China.....

Es liegt an uns welchen Weg wir gehen.
Die Welt ordnet sich seit 20 Jahren neu und der Prozess ist noch nicht abgeschlossen.

Re: die amerikanische Überwachung
« Antwort #149 am: 21.07.2013, 10:04:22 »
Divide et impera, Teile und Herrsche....

Der "Fall Snowden" kann eigentlich nur gewünscht sein, weil er von denen die die Möglichkeit dazu hätten nicht unterbunden wird. Snowden wird instrumentalisiert um a) zu polarisieren und b) um das Thema Überwachung der Öffentlichkeit zu präsentieren und hin zu einem notwendigen Instrument der Sicherheit zu positionieren. Zudem lenkt es auch noch von dem wirklich "brennenden Thema" des noch bestehenden Geldsystems ab.

Ich stimme jedem hier zu, das das Privileg des Schutzes der Privatsphere schützenswert ist. Aber auch ich bin der Meinung das es keinen wirklichen Schutz gibt und nur der Verzicht auf jegliche Kommunikation über das Internet und über Mobiltelefone und Festnetztelefone einen Teil des Schutzes ausmachen kann.

Aber genau da erkennen wir im Moment unseren größten Schwachpunkt. Jeder Verzicht auf moderne Technik bedeutet auch einen Verlust der Flexibilität und Mobilität und Unterhaltung. Brot und Spiele, wie einige es hier schon geschrieben haben trifft es auf den Punkt.

Von daher würde ich mir wünschen das sich hier nicht der ein oder andere Aufreiben lässt und ein solches Thema gelassen und gewohnt diskutiert.

Herzliche Grüße
Frank