Linux Mint Upgraden

A. Einführung
Dieses Tutorial erklärt, wie man auf eine neuere Version von Linux Mint aktualisiert.

Achtung: Diese Anleitung bezieht sich im Ursprung auf das aktualisieren von Mint 8 oder 9 und ist dementsprechend alt. Aktuell ist Mint 17.1. Auch wird in Abschnitt D1 die Verwendung des Tools "Mintbackup" empfohlen, welches schon häufig zu Problemen geführt hat. Die bessere Vorgehensweise ist "nur" die persönlichen Daten zu sichern und evtl. ausgewählte Konfigurationsdateien (z.B. .mozilla und .thunderbird) zu sichern und diese nach der Installation zurück zu kopieren. Dadurch verliert man zwar die persönliche Einstellungen, hat dafür aber ein sauberes neues System.

B. Allgemeine Überlegungen
B1. Brauchst du wirklich ein Upgrade?

Wenn alles gut läuft und du zufrieden mit Deinem System bist, dann brauchst du kein Upgrade.

Normalerweise wird eine neuere Version von Linux Mint alle sechs Monate mit neuen Features und Verbesserungen herausgegeben.
Das heißt nicht, dass etwas mit der alten Ausgabe die du benutzt falsch ist. Sicherlich kannst du einige Ausgaben einfach überspringen und mit deiner jetzigen Version weiter arbeiten, sofern sie fehlerfrei läuft.

Das gilt aber nur, solange deine Version überhaupt noch zu den aktuell unterstützten Versionen zählt, also noch Updates aus den Quellen erhält. Jede Version (die zugrundeliegende Ubuntu-Version) erreicht ein Lebensende, ab dem sie nicht mehr unterstützt wird. Dann musst du jedenfalls auf eine noch unterstützte Version aktualisieren! Das kann eine neuere sein oder eine noch unterstützte LTS-(Long Term Support)-Version.

Jede Version erhält für etwa 9 Monate, Fehlerkorrekturen und Sicherheitsupdates (bzw. 5 Jahre im Falle eines "Long Term Support", wie es z.B. bei Linux Mint 13 oder Linux Mint 17 der Fall ist). Das Entwickler-Team konzentriert sich immer auf die neueste Version.
Sollten Bug-Fixes und Sicherheits-Updates für dich wichtig sein, solltest du regelmäßig auf die neueste Version aktualisieren.
Sollte dies nicht der Fall sein, so kannst Du  die Dinge so belassen wie sie sind.

Wenn ein System funktioniert, so gibt es nicht wirklich einen Grund ein Upgrade durch zu führen. Es sei denn, du willst oder musst ein Upgrade durchführen. Siehe aber oben: Eine nicht mehr unterstützte Version muss ersetzt werden!

B2. Wichtige Aspekte

Die Gründe für eine Aktualisierung sind folgende:

  • Das Deine Daten gesichert sind
  • Das Du ein voll funktionsfähiges System besitzt

Deine persönlichen Daten sind das Wertvollste was du besitzt.
Sollte zwischenzeitlich etwas passieren, z.B. dass das Betriebssystem abstürzt, so stellt dies kein Problem dar, denn das Sytem kann jederzeit nachinstalliert werden.

Verlierst du allerdings Deine Daten ... ist das eine andere Geschichte.

Vom Prinzip her ist es völlig egal, welche Methode du anwenden wirst um Dein System zu aktualisieren. Die Priorität liegt auf Datensicherung!!!

Vorab solltest du sicher stellen, ob diese Version, auf die aktualisiert werden soll, richtig für dich und das System ist.
Jede neue Version kommt mit einem anderen Kernel (Systemkern).
Das kann bedeuten, dass der neue aktualisierte Kern mit der bestehenden Hardware anders umgeht, und unter Umständen es einer Nachbearbeitung bedarf.

Zum Beispiel lässt sich herausfinden, ob Geräte wie Grafikkarte oder WLAN-Adapter, die unter deiner jetzigen Linux Mint Version laufen, auch in dieser Version erkannt werden, auf die du aktualisieren möchtest.

In einigen Fällen könnte dies bedeuten, dass ein Upgrade auf die neuere Version die falsche Entscheidung ist.
Vielleicht bist du damit besser bedient, die Upgrade-Version zu überspringen.
Es gibt nur einen Weg, um dies heraus zu finden: "Du solltest es versuchen".

Linux Mint wird als LiveCD geliefert (ISO). Dank dieser Methode, kann eine Distribution, ohne Installation vorab getestet werden.
Ob diese Version auf deinem System läuft, bzw. die Hardware erkannt wird, stellt sich dann heraus, wenn der Desktop zur Verfügung steht und du die Möglichkeit hast, Linux Mint über das Desktopsymbol "Install Linux Mint" zu installieren.

Um sicher zu sein:

  • Mache ein volles Backup deiner Daten auf einem externen Gerät (USB-Stick oder CD / DVD)
  • Lade dir die LiveCD der neuesten Version herunter, brenne sie und überprüfe im Anschluss, ob deine Hardware mit der neuen Version läuft.

C. Die unterschiedlichen Wege des Aktualisierens
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um auf eine neue Version zu aktualisieren. Diese lassen sich in zwei verschiedene Arten kategorisieren: Das "frische" und das "Paket"-Upgrade.

C1. "Frisches" Upgrade

In einem "frischem" Upgrade benutzt du die neueste Ausgabe der LiveCD für eine komplette Neuinstallation. Dabei wird die alte existierende Partition überschrieben.

Ein „frisches“ Upgrade besteht aus folgenden Schritten:

  • Erstellen einer Sicherheitskopie der persönlichen Daten
  • Erstellen einer Sicherungskopie der Software-Auswahl
  • Durchführen einer Neuinstallation mit der LiveCD der neuen Version
  • Wiederherstellen der Daten
  • Wiederherstellen der Software-Auswahl
Dies ist der empfohlene Weg, um ein Linux Mint Upgrade zu vollziehen und bietet die folgenden Vorteile:
  • Sicherheit: Deine Daten sind extern gesichert. Was auch immer du für einen Fehler machst, oder welcher Fehler während der Installation auftreten kann; es hat keinen Nebeneffekt.
  • Schnelligkeit: Die Installation dauert in der Regel um die 10 Minuten. Die CD für das neue Release ist kleiner als 700MB und beinhaltet ca. 3GB an komprimierten Daten.
    Das Herunterladen der ISO und das Upgrade von der CD ist wesentlich schneller als das Upgrade des Systems aus den Repositories.
  • Zuverlässigkeit: Erstens, hast du die Möglichkeit, deine Hardware anhand der bestehenden LiveCD zu testen. Wenn etwas nicht klappt, kannst du dich für den Abbruch der Installation entscheiden.
    Es ist also nicht zu spät.
    Zweitens, du hast nach der Installation von Linux Mint ein vollwertiges System, das vom Entwicklungs-Team und der Community getestet wurde.
  • Einfachheit: Die Installation ist denkbar einfach und läuft voll automatisch ab.
C2. "Paket" Upgrades

Ein "Paket" Upgrade besteht aus folgenden Schritten:

  • Hinweis auf die Archive der neueren Ausgabe (APT)
  • Frage nach einem kompletten Upgrade (APT)
APT ist das Paket-Management-System das von Linux Mint benutzt wird. Alternativ dazu wurden einige Ausgaben mit einem grafischen Upgrade-Tool erweitert, um diese Schritte durchführen zu können.

Diese Art der Aktualisierung von Linux Mint sollte nur von erfahrenen Benutzern in Betracht gezogen werden.

Hier werden einige Vor- und Nachteile bei Benutzung dieser Methode Veranschaulicht.

Nachteile:

  • Langsam: APT wird alle neuen Paket-Versionen herunterladen, die auf deinem System installiert werden sollen.
    Angenommen du hast nichts installiert, so wären das 3GB an Daten die erst herunter geladen werden müssten.
    Würdest du ein "frisches" Upgrade machen würden sich sämtliche 3GB an Daten auf der 700MB großen CD befinden.
  • Unzuverlässig: Abhängig von deiner Modifikation, deinen Quellen, deiner installierten Software  und deiner Konfiguration, ist es möglich, dass dein System sich anders verhält wie ein frisch aufgesetztes Linux Mint.
    Ebenso ist es möglich, dass Funktionen des System nicht mehr so funktionieren, wie sie ursprünglich konzipiert wurden.
  • Riskant: Der Versuchung, eine Datensicherung nicht auszuführen, während man ein Upgrade über APT durchführt, ist groß. Die Partitionen werden dabei nicht überschrieben und nichts scheint einem dazu zu bewegen,
    eine Datensicherung durch zu führen. Das Risiko kann hoch sein.
  • Kompliziert: Aufgrund der Abhängigkeiten der Pakete, können Konflikte auftreten, die im Nachhinein sehr schwer zu lösen sind.
Vorteile:
  • Automatisiert: APT macht alles für dich. (das ist auch gut so, bis etwas schief läuft)
  • Ein Wirkliches Upgrade: Dieses "frische" Upgrade ist zu vergleichen mit einer neuen Linux Mint Installation inkl. deiner Daten.
    Diese Methode ähnelt eher deinem alten System, mit dem Unterschied, dass das System auf dem neuesten Stand steht.

D. Wie mache ich ein Upgrade
In diesem Tutorial werden wir das "frische" Upgrade behandeln.

D1. Erstellen eines Backups vom bestehenden System

Sichere deine Daten und deine Software-Auswahl: Deine persönlichen Daten müssen gesichert werden, wenn sie nicht verloren gehen sollen.
Die Software-Auswahl sollte gesichert werden, damit sie später nicht wieder neu installiert werden muss.

D1.1 Hole die aktuelle Version des mintBackup

Wenn du Linux Mint 9 oder eine Höhere Version benutzt, kannst du dieses Kapitel überspringen und mit dem Abschnitt D1.2 fortfahren.

Wenn du Linux Mint 8 benutzt, fahre mit diesem Abschnitt fort.

  • Starte Firefox und gehe zu http://packages.linuxmint.com/list.php?release=Isadora
  • Suche die Zeile für "mintBackup" und klicke auf "alle" in der "DEB"-Spalte um dieses Paket herunter zu laden.
  • Wenn diese Datei herunter geladen wurde, klicke auf die entsprechende Datei um um mintBackup zu installieren.
Wenn du eine frühere Version von Linux Mint (5, 6 oder 7) benutzt, gehe wie folgt vor.

D1.2 Sichere deine Daten

Öffne das "Datensicherungswerkzeug" über das Startmenü >>> Systemverwaltung
Klicke auf "Sicherungsdateien"

  • Wähle dein Home-Verzeichnis als Quelle
  • Wähle aus, wohin du deine Daten sichern möchtest (im Idealfall wähle einen externen Datenträger)
  • In den erweiterten Optionen wählst du die folgenden Schritte aus:
    • Gib eine Beschreibung ein (dies ist optional, kann aber sehr hilfreich sein)
    • Wählen des Ausgabeformates (wie auch immer du die Sicherung erstellen möchtest, ob als Verzeichnis oder als Archiv.
      Archive brauchen zwar länger, und behalten die Rechte aller Dateien bei und lassen sich inkl. Aller Rechte auf einem NTFS/FAT32 Volume aufbewahren.
      Verzeichnisse die auf einen NTFS/FAT32 Datenträger aufbewahrt werden, verlieren diese Rechte.
    • Überschreiben: Dieser Punkt kann übersprungen werden und muss nur dann in Betracht gezogen werden, wenn bereits eine Sicherung angelegt wurde.
    • Integrität bestätigen: ist langsamer, aber wesentlich zuverlässiger. Es wird die Signatur für jede Datei, nachdem sie gesichert wurde, überprüft.
    • Zeitstempel beibehalten: Dieses Häkchen sollte gesetzt sein.
    • Symbolischen Verknüpfungen folgen: Nicht erforderlich
  • Klicke auf "Vor"
Um Platz und Zeit zu sparen, kannst du Ordner und große Dateien, die nicht in deiner Sicherung vorhanden sein sollen, ausschließen.
In diesem Fall habe ich den Ordner "Baustelle" und die Downloads von der Sicherung ausgeschlossen. Das muss allerdings jeder für sich selbst entscheiden was er sichern möchte und was nicht.

Wenn du fertig damit bist, klicke auf "Vor"
Überprüfe alle Informationen auf Richtigkeit und klicke auf "Anwenden"

Hinweis: Wenn die Sicherung abgeschlossen ist sollte unbedingt das Ergebnis der angelegten Sicherung überprüft werden.
Egal wie viel Vertrauen du in das Datensicherungswerkzeug setzt, überprüfe selbst, ob alle deine Dateien und Verzeichnisse erfolgreich gesichert wurden.
Wenn du als Sicherungstyp das Archiv gewählt hast, vergewissere dich, ob es sich öffnen lässt und ob alle Dateien und Verzeichnisse vorhanden sind.
Das Tool läuft zwar stabil, aber ein Fehler kann immer passieren. Eine Datensicherung ist allem Anderen vor zu ziehen.

D1.3 Sichern deiner Softwareauswahl

Öffne das "Datensicherungswerkzeug" über das Startmenü >>> Systemverwaltung
Klicke auf "Softwareauswahl sichern"

Wähle aus, wohin du deine Softwareauswahl sichern möchtest (im Idealfall wähle einen externen Datenträger)

Der folgende Bildschirm zeigt dir alle Pakete, die du auf deinem Linux Mint System hinzugefügt hast. Wähle die Pakete aus, die du von der Sicherung ausschließen möchtest und klicke auf "Anwenden".

Hinweis: Wenn die Sicherung abgeschlossen ist (es sollte nicht lange dauern) gehe zu deinem Zieldatenträger und suche nach einer Datei namens "software_selection".
Das ist die Sicherung deiner Softwareauswahl.

D2. Testen und Installieren der neuen Linux Mint Version

  • Lade die ISO der neuesten Linux Mint herunter.
  • Überprüfe die MD5 Signatur.
  • Brenne die CD in langsamer Geschwindigkeit (Ich empfehle 4-fache Geschwindigkeit).
  • Boote von der LiveCD und wähle dann die Option "Check Disk Integrity".
  • Boote von der LiveCD und wähle den Punkt "Start Linux Mint".
  • Ist der Live-Desktop gestartet, überprüfe ob deine Hardware richtig erkannt wurde. (WLAN, Grafikkarte).
  • Hat sich für dich die neue Version von Linux Mint als tauglich erwiesen, kannst du mit der Installation beginnen. Klicke hierzu auf das Desktopsymbol "Linux Mint installieren".
  • Sobald du vom Installationsprogramm nach der Methode der Partitionierung gefragt wirst, wähle bitte den Punkt "Partition manuell auswählen (erweitert)" aus.
    Wähle nun die Partition, auf der Linux Mint installiert werden soll und weise der Partition den „/“ zu und gib als Formatierung ext4 an.

D3. Wiederherstellen deiner Daten und deiner Softwareauswahl

D3.1 Wiederherstellen deiner Daten

Öffne das "Datensicherungswerkzeug" über das Startmenü -> Systemverwaltung
Klicke auf "Dateien wiederherstellen"

Wenn du deine Sicherung als Archiv erstellt hast, wähle „Archiv“, anderenfalls wähle „Ordner“. Im Anschluss daran wähle die Quelle, wo deine Datensicherung angelegt wurde.

Wähle nun den Zielort, wo deine Daten zurück gesichert werden sollen.

Alle anderen Optionen kannst du im Augenblick ignorieren, da dein HOME-Verzeichnis leer ist. Diese Optionen sind für diejenigen gedacht, die regelmäßig eine Datensicherung durchführen.

Überprüfe alle Informationen auf Richtigkeit und klicke auf "Anwenden".

D3.2 Wiederherstellen deiner Softwareauswahl

Öffne das "Datensicherungswerkzeug" über das Startmenü -> Systemverwaltung

Klicke auf "Softwareauswahl wiederherstellen"
Wähle die Datei deiner gesicherten Softwareauswahl und klicke auf "Vor".

Gratuliere! Soeben wurden alle deine Daten wiederhergestellt.

In einigen Fällen kann es vorkommen, dass folgendes Fenster erscheint:
In diesem Fenster siehst du eine Liste von Paketen. Wähle diese Pakete aus, die du installieren möchtest und klicke auf "Vor".

Diese Liste enthält nur Pakete, die Teil deiner bisherigen Softwareauswahl war und derzeit nicht auf deinem System installiert ist. Die Pakete, die bereits installiert sind, erscheinen nicht in der Liste.

An dieser Stelle ist es möglich, den „Schließen“-Button zu klicken um mit der Rücksicherung zu beginnen.
Programme, die in der Liste erscheinen können zu jeder Zeit mit der selben Sicherungsdatei in das System eingespielt werden.
Starte dazu einfach das Datensicherungswerkzeug erneut und wiederhole diese Prozedur.

Wenn du PPA oder andere Repositories benutzt und diese Programme auf dem aktuellen System nicht gefunden werden, werden sie zwar in der Liste erscheinen, sind jedoch nicht anwählbar.

Wenn das der Fall ist, aktualisiere die APT-Quellen (Menü >>> Systemverwaltung >>> Softwarequellen), um die fehlenden Repositories zu ergänzen. Dann klicke auf die Schaltfläche "Aktualisieren".

Hinweis: Die Schaltfläche "Aktualisieren" aktualisiert die Liste, nicht aber den APT-Cache. Wenn du deine /etc/apt/sources.list manuell aktualisieren möchtest, vergewissere dich, dass im Terminal „apt update“ ausgeführt wurde.

E. Frequently Asked Questions (FAQ)

E1. Warum läuft das Linux Mint Upgrade anders als bei Ubuntu?

Unserer Ansicht nach macht Ubuntu drei Dinge falsch.

  • Weder macht Ubuntu dir es einfach deine Daten zu sichern, noch fordert es dich dazu auf dies zu tun.
  • Ubuntu fragt dich automatisch, auf die neue Version zu aktualisieren. Sobald auf den "Update"-Button geklickt wird, gibt es kein zurück mehr.
    Keine Erklärung über die Risiken, keine Erklärung über die Vor-und Nachteile... nur ein einfacher Klick, für einen Prozess, den man nur schwerlich verstehen kann.
  • Ubuntu verwendet die "Paket" Upgrade-Methode. Siehe Abschnitt C2 bei Vor- und Nachteile, die mit dieser Methode verbunden sind.
Der einzige Vorteil liegt darin, dass dieser Vorgang voll automatisiert ist und somit von jedem ausgeführt werden kann.
Diese Art und Weise sein System so zu aktualisieren, sollte als gefährlich angesehen werden. Wir empfehlen nicht einmal, dieses von der Kommandozeile aus zu tun.
Gut es ist einfach, aber es ist nicht die richtige Lösung. Für uns ist es von Wichtigkeit, die Dinge richtig zu machen, auch wenn es etwas Zeit in Anspruch nimmt.
Bevor eine Aktualisierung durchgeführt wird, ist es wichtig, die Daten zu sichern und die neueste Version zu testen, bevor sie installiert wird.
Somit können Konflikte zwischen den Paketen und sonstige defekte ausgeschlossen werden. Die Methode von Ubuntu ist zwar grafisch unterstützt und denkbar einfach in den Handhabung, ist aber dennoch nicht die Lösung für Dinge, auf die es am Meisten ankommt.

E2. Wäre es nicht besser, wenn Mint eine „rollende“ Distribution wäre?

Ja und Nein.

Eine "rollende" Distribution ist eine Distribution, die nicht von einer Ausgabe (Version) zur Anderen springt. Es werden lediglich die Pakete/Programme kontinuierlich aktualisiert.
Dank dieser Methode, brauchen Benutzer nicht auf eine neue Distribution zu aktualisieren. Allerdings muss man hier Kompromisse eingehen.
Mit jeder Veränderung der Pakete, können Probleme mit anderen Paketen auftauchen. Auf einer Distribution, auf der sich mehr als 30.000 Pakete befinden, könnte es Tage dauern, um das System auf vollste Stabilität zu überprüfen. Es ist in diesem Falle besser, ein System zu testen wenn es "eingefroren" ist (Momentaufnahme).

Debian ist ein gutes Beispiel dafür. Der stabile Zweig ist eine Momentaufnahme des getesteten Version. Der getestete Zweig selbst ist nicht stabil und wird erst durch die kommenden Pakete zur stabilen Version. Benutzer erkennen in der Regel sehr schnell Probleme, die dann recht schnell an die Entwickler weiter geleitet werden können. Somit ist gewährleistet, dass Fehler schnell behoben werden.
"Rollende" Distributionen gelten in der Regel als recht stabil.

Mit einer Momentaufnahme geht das Testen erst los und es können fehlerhafte oder nicht funktionierende Dinge am System bereinigt werden.
Dies gibt den Entwicklern der Distributionen 6 Monate Zeit, um sich auf die Weiterentwickelung des Systems zu kümmern.

Die meisten verfügbaren Distributionen heutzutage, haben diesen Zyklus angenommen. Zu den bemerkenswerten Ausnahmen zählen Debian (mit Ausnahme der "stable"-Version, welche nicht als "rollende" Version gilt), Arch Linux, Gentoo, PCLinuxOS, Sidux and Foresight Linux.

Upgrade einer bestehenden Mint mit apt

Über dieses Tutorial

Dieses Tutorial liefert die nötigen Informationen, um die neueste Version von Linux Mint ohne Neuinstallation/Wiederherstellung zu aktualisieren.
Für eine potentiell reibungslose Upgrade-Methode siehe oben.

Das obige Tutorial bestätigt, dass diese Methode dein System zerstören kann, aber wenn du aus dem Land der "Rolling Releases" kommst (Gentoo, Arch, etc), dann ist anzunehmen, dass sich Mint relativ schmerzlos aktualisieren lässt.

Dieses Tutorial stützt sich auf ein Upgrade von Linux Mint 8 (Helena) auf Linux Mint 9 (Isadora). Dieses Verfahren sollte auch für Upgrades von anderen Mint Versionen gelten.
Wenn du aber auf eine andere Version als Mint 9 Upgraden möchtest, wirst du eine andere sources.list verwenden müssen. Du wirst wahrscheinlich feststellen, dass "Isadora" mit einer neuen Mint-Bezeichnung und "Lucid" mit einer neuen Ubuntu-Bezeichnung in der sources.list auf die Paketquellen (APT) hinweisen.

Ich werde versuchen, dieses Dokument für die neueren Ausgaben von Mint zu aktualisieren. Bitte lasst mich wissen, ob irgendwelche Konfigurationsdateien die mit der LiveCD ausgeliefert werden, von apt nicht mit einbezogen werden. Ich werde sie hier verlinken, so dass diejenigen die es wollen, eine Installation wiederherstellen können.
Das ist nicht Windows und wir müssen nicht eine Neuinstallation ausführen, nur um aktuell zu sein.

Methode

  • Öffne ein Terminal und gib "sudo bash" ein, um ein Terminal im root-Modus zu öffnen.
  • Benutze einen Texteditor (als root), ersetze den Inhalt von /etc/apt/sources.list mit der folgenden sources.list: http://pastebin.com/wVGb13y3 (extrahiert von Linux Mint 9)
  • Gebe "apt-get update" ein
  • Gebe "apt-get dist-upgrade" ein
  • Folge den Anweisungen und mache dir keine Gedanken darüber, dass die Konfigurationsdateien überschrieben werden. dpkg wird eine Kopie im selben Verzeichnis mit der Endung "dpkg-old" anlegen
  • Gebe "apt-get upgrade" ein
  • Starte das System neu

Erklärung

Durch die Veränderung des Inhaltes der sources.list haben wir Mint angewiesen, die neuste Mint-Repositorie zu verwenden.
Da Linux Mint die Summe aller individuellen Software-Pakete aus den Mint-Quellen ist, sollte das Upgrade mit diesen neuen Quellen alle neuen Funktionen und Programmeins System einspielen.



Dieses Tutorial ist eine Übersetzung von Clem's "How to upgrade to a newer release" und silasdavis' "Upgrade linux mint in-place using apt".