Dualboot Einrichten

Linux-Mint im Dualboot mit Windows einrichten

Da XP so gut wie out ist, gilt nachfolgendes erst ab Vista! Und vorläufig auch nur ohne UEFI/SecureBoot. Das muss noch entsprechend ergänzt werden.

Da Screenshots die Angewohnheit haben, schon bei der nächsten Version nicht mehr so ganz identisch zu sein, versuche ich, darauf zu verzichten. Text geht ja auch.
 
 

Windows - Vorbereitung

Zuallererst muss man in Windows "klar Schiff" machen. Dazu ruft man die Datenträgerbereinigung unter Start - Programme - Zubehör auf und macht mal richtig sauber. Alles anhaken, was da angeboten wird - weg damit! Ferner sollten alle eigenen Dokumente, Bilder und so weiter aus Win entfernt werden. Daten haben innerhalb des Betriebssystems eh nix zu suchen (Sonderfälle aussenvor!). Daten niemals verschieben - immer kopieren und erst danach löschen. Wenn der Verschiebevorgang danebengeht, dann sind die alle weg!

Jetzt muss hiberfile.sys weg: Start - Programme - Zubehör - Eingabeaufforderung.

Dort wird dann folgendes eingegeben und geentert:

powercfg -h off

Danach ruft man unter Start - Programme - Zubehör die Defragmentierung auf und defragmentiert so oft, bis alles sauber ist.

Wesentlich besser, als das Systemprogramm ist jedoch defraggler.exe von Piriform.

Logischerweise sichert man seine Daten. Beim Partitionieren kann immer etwas passieren - schlimmstenfalls ein Stromausfall; bestenfalls hat man sich verheddert und kann noch was retten... Für Windows bietet sich dazu das Freewareprogramm Synctoy.exe an. Und nicht vergessen, vom Thunderbird und vom Firefox die User-Daten zu sichern. Diese sind unter C:\USERS\<USERNAME>\AppData\Roaming zu finden.

Wer jetzt ganz clever ist, zieht mittels macrium-reflect.exe, Clonezilla etc. zusätzlich noch ein Image!

Hinweis: Hier werden nur Freeware-Programme genannt. Also nicht irgend etwas kaufen oder "für lau" nutzen - muss nicht sein!

Jetzt ist aufgeräumt und defragmentiert. Nun wird die Platte überprüft. Auch Windows hat einen Terminal (cmd.exe) und der ist witzigerweise etwas gründlicher, als die Datenträgerprüfung via Arbeitsplatz.

In diesem "ekligen" schwarzen Fenster geben wir jetzt ein:

chkdsk C: /F /R
Wobei: Für C: muss man einen Neustart akzeptieren. Und für alle weiteren Partitionen auf der HDD muss man das C: entsprechend ersetzen. Also D: und/oder E: etc.

Bis hierher ist noch alles harmlos - jetzt wird es interessant. Win hat nämlich die Angewohnheit, sich mit einer oder mehreren Partitionen die gesamte HDD zu gremmeln.

Meistens ist auf der Platte eine Recovery-Partiton. Mit viel Glück ist die vorn; mit weniger Glück hinten. Dann ist oftmals noch eine absolut überflüssige Boot-Partition drauf. Löschen geht leider nicht ausser man hat einen Original-Datenträger und keine Recovery/OEM-Scheibe.

Jetzt ist da noch das Win drauf. Und meistens noch eine genauso grosse Partition, die die meisten selber anlegen mussten, die als Datengrab gedacht war.
 
 

Windows - Vorbereitung Teil II

Start - Systemsteuerung - System - Erweiterte Systemeinstellungen - Visuelle Effekte.... (erste Möglichkeit) - Erweitert - Virtueller Arbeitsspeicher ->> keine Auslagerungsdatei.

Speichern - beenden - blahblah... pagefile.sys brauchen wir nicht momentan - es stört nur. Sie sollte aber nach der Verkleinerung wieder aktiviert werden!

Letztere muss weg; Windows muss oftmals verkleinert werden! Also: D:\ löschen - die Daten sind ja extern ausgelagert. Und das machen wir in der Systemsteuerung.

Start - Systemsteuerung - Verwaltung - Computerverwaltung - Datenträgerverwaltung

Und nun bitte ganz genau hinsehen. Lieber 3x als einmal oberflächlich...

Gelöscht werden darf D:\ oder E:\ oder wie auch immer die zusätzliche Partition heisst, die nicht C:\ ist. Löschen. Nicht formatieren oder so.

Jetzt müssen wir noch einmal in die Systemsteuerung. pagefile.sys sollte erst einmal nach einem Neustart abgeschaltet sein. Verlangsamt natürlich alles. Aber wir brauchen ein sauberes System!

Jetzt wird C:\ markiert und mittels Rechtsklick das Kontext-Menu geöffnet. Dort dann "Partition verkleinern anwählen und machen! Meistens "sagt" Win schon, dass die Partition nur soundso eingedampft werden kann. Mehr geht dann erstmal nicht.

Wenn das fertig ist, ist leider noch einmal der obige chkdsk-Befehl dran. Hilft nix. Eventuell kann man die Kiste dann noch einmal verkleinern. Ich bin kein Gamer. Mein Win7 hat 64GB - wozu mehr, wenn da keine Daten drinne sind. Für Gamer wären es 96 oder so in der Richtung. Aber mehr auch nicht.
 
 

Generelle Überlegung

Bis hierhin ist jetzt Windows "sauber", es ist Platz und es wird Zeit, dass man sich ein paar Gedanken macht:

  • Wo stehe ich - wo will ich hin?
  • Daten haben im OS nichts zu suchen - OMG... Daran muss ich mich gewöhnen. Aber wieso???
  • Will ich nur zusätzlich einen Pingu? Oder besser Platz für zweie?
  • Komme ich an Win ran aus dem Pingu heraus?
  • Komme ich an die Pingu-Daten ran aus Win?
  • .......

Da gibts sicher noch etliche weitere Überlegungen, die man durchkauen sollte, bevor man loslegt!
 
 

Quo Vadis

Windows ist "sauber" und Platz ist da. Jetzt kommt die Überlegung, was ich mit dem Platz anstelle. Für diese Überlegung sollte man sich Zeit nehmen und einfach einen Break machen. Jetzt wird nämlich der Grundstein für später gelegt und wenn das alles richtig durchdacht ist, dann braucht man nie wieder dabeizugehen.
 
 

Daten nicht ins System? Wieso??

Hast Du keine Daten im System, dann kann Dir dein System egal sein. Wenns verreckt - Pech. Hauptsache, die HDD verreckt nicht. Und wenn, dann bitte nach der Datensicherung, die je nach Datenaufkommen in sehr kurzen Intervallen erfolgen sollte. Es kann auch schon tierisch nerven, wenn einem die Mails der letzten drei Tage fehlen. Also... Es sollte also für jede Struktur ein separates Datenverzeichnis da sein. Also eines für Win und eines für die Pingus.
 
 

Pingis - wie viele? Und wieviel Platz brauchen die zum Brüten?

Das ist abhängig von Dir und der Plattengrösse. Platz für zwei Pingis hat sich aber bewährt. Wenn der eine sein MHD erreicht hat, kann man den zweiten schon installieren aber muss ihn noch nicht als Produktivsystem nutzen. Wenn man mal über den Tellerrand schauen will, siehts ähnlich aus. Man muss an folgendes denken: Wir laden jetzt mal eine Distri runter. Diese ist 4 GB fett (oder schlank). Während des Downloads braucht man fast den doppelten Speicher, weil das Ding im Temp zwischengespeichert wird. Dann sollte man eine Partition nur zu maximal 2 Drittel belegen - sonst gehts los mit der Fragmentierung.

Es spielt doch heute keine Rolle mehr - Mein Mint13 ist (ausgelesen) fast 9,5 GB gross. Aufgeräumt! 9,5 x 2 = 19- Und dann zwei Downloads... Ich gönne denen immer so 32GB und habe damit noch nie Probleme gehabt.
 
 

Querzugriff auf Win?

Ist gegeben. Es gibt sowohl den Treiber für NTFS, als für FAT als auch für exFAT. Also kein Problem.
 
 

Querzugriff aus Win auf die Pingus?

Machbar ist es. Aber ich würde mir den Treiber nicht installieren. Damit wäre das wesentlich unsichere Win vom Pingi abgeschottet und kann den nicht mit irgendeiner digitalen Influenza "beglücken".
 
 

Erster Boot mit der gebrannten Linux-Scheibe

Oder doch nicht?? Ich empfehle ja immer gern, die Partitionierung vorab zu machen. Dafür nehme ich die GParted-Live-CD bzw. die Parted-Magic-Live-CD.

Diese CDs haben noch einen tieferen Sinn: Sämtliche Programme zu Datenrettung und/oder Festplattenrettung sind auf den Scheiben auch drauf. Und genau diese sollte man im Hause haben für den Ernstfall, weil... Im ultimativen Ernstfall ist keine Partition mehr da, auf der man diese Programme dann installieren kann oder sollte.

Ausserdem ist das Stand-Alone von gparted bequemer, als die abgespeckte Version im Installer.
 
 

Boot mit der gebrannten Gparted-Live- oder Parted-Magic-CD

Wir booten also erst einmal mit der GParted oder Parted-Magic - das Programm gparted wird automatisch gestartet!

Dann stellen wir sicher, dass wir wirklich auf der HDD sind, die wir bearbeiten wollen. Wäre fatal, da jetzt die falsche zu erwischen. Ändern kann man das hinten rechts über den Scroll-Down-Button wo eigentlich immer zuerst /dev/sda drinne stehen sollte. Oder halt /dev/hda sofern es noch ne alte IDE-Platte ist.

Zuallererst:

Wir rechnen hier nicht mit Kubiklitern sondern mit Binärzahlen. Ein MB ist also nicht 1000 Bytes sondern 1024 Bytes. Und so gehts weiter. Wir brauchen also einen Taschenrechner...

Dann:

Ohne GPT kann eine Festplatte nur vier primäre Partitionen. Oder drei und eine erweiterte. Man verschenkt ohne Not keine primäre (hat was mit Datenrettung und mit der Geschwindigkeit zu tun!) Windows-User mit OEM-Installationen sind also gekniffen. Ich gehe jetzt mal darauf ein und auf nix anderes.

Einschub:

Auf den verzichte ich mal - interessierte sollten aber bei Nachfrage "fit" sein - das geht echt ins Eingemachte dann und ist kein Sonntagsspaziergang mehr.

Partitionierung:

Vorweg: Sämtliche Partitionen werden gleich so formatiert, dass sie hinterher gleich brauchbar sind.

  • Die Pingus in ext4
  • Das Datenverzeichnis für die Pingus in ext4
  • Das Datenverzeichnis für Win in NTFS
  • Swap logischerweise als linux-swap

Wir fangen damit an, dass wir einen Rechtsklick in der grauen Fläche (oder unten in der als unzugeordneten "Partition") machen. NEU - Partition. Da öffnet sich dann eine Maske mit veränderlichen Daten.  Sofern da was bei "Platz vorher" oder "Space before" steht, sollte man den stehen lassen. Mit der Maus da reinklicken und die TAB-Taste nutzen. Dann ist man auf "Neue Grösse (MiB)".  Dort Tabsen wir genauso durch wie durch das Feld "Anschliessender freier Speicherplatz" erst mal nur schauen!!

Danach stellen wir bei HDDs das nächste Feld um: Ausrichten an MiB ist für Sticks und SSDs aber nicht für HDDs. Dort wird an Zylinder ausgerichtet.

Achtung: Das ist wichtig!!

Jetzt schauen wir uns die Daten noch einmal an. Am Ende sollten so bei 32 mb mindestens (bei Gparted wird da 32 angezeigt) frei sein. Wenn nicht, oben mit SHIFT+TAB noch einmal reingehen und ändern und dann wieder runtertabsen. Ändern bedeutet, die Grösse quasi um 1024 oder entsprechend zu verringern. Also Taschenrechner! (Es ist schwer zu erklären - man muss das mal machen um zu wissen, was gemeint ist!)

Wenn es passt, TAB und wir sind oben rechts beim interessantesten Teil: Shakespeare fragt ob primär oder logisch oder erweitert. Wir brauchen jetzt die erweiterte Partition, steuern das an und bestätigen das unten mit OK.

Oben befindet sich ein grüner Haken oder das Symbol der ENTER-Taste im Menue - draufdrücken und ausführen lassen...

Jetzt steht die Erweiterte - es fehlen die logischen!

Hier braucht man jetzt eigentlich ein Blatt Schmierpapier. Ich skizziere jetzt den Teil Quo Vadis:

Wir brauchen zwei Datenpartitionen; eine für Win und eine für die Pingis.
Wir brauchen zwei Partitionen für die Pingis.
Wir brauchen zwei Partitionen für linux-swap, wenn wir "Suspend to Disk" machen wollen - sonst eine und davon gehe ich aus.

Eine HDD ist schneller, je weiter vorn man sich befindet. Das Betriebssystem sollte also nach vorn.

a) Rechtsklick in den grauen Bereich - NEU - Partition.

b) Vorne vor interessiert nicht; neue Grösse ist 32x1024 = ..... Eintragen und TAB. Ausrichten an Zylinder. TAB. Logisch. TAB. Formatieren als ext4. TAB

OK und Anwenden. Wieder a). Wieder b). Wieder OK und Anwenden.

Nun haben wir eine Restmenge, in die drei Partitionen rein müssen:

1) Die Win-Daten
2) Die Linux-Daten
3) Swap

Swap können wir bestimmen. Gehen wir mal davon aus, dass wir weder Filme bearbeiten, noch Musik. Also Swap = RAM.

Wir ziehen also vom verbleibenden fetten Teil den Ram ab - 4096 für 4GB oder 8192 für 8GB - Taschenrechner. Den Rest teilen wir durch 1024 und prüfen wieder, ob das runde Zahlen sind. Wenn nicht, nehmen wir die nächstniedrige runde Zahl.

Ob wir das jetzt 50/50 aufteilen oder wie auch immer, ist uns überlassen. Wenn klar ist, dass wir in Win mehr Daten haben werden, als in Linux - 75/25 als Beispiel.

Diese Überlegung ist wichtig! Wer hier rumschlurt, steht das nächste Mal wieder vor diesem "Berg"!

Endspurt...

Rechtsklick im grauen Bereich. NEU... Grösse vorher bleibt; TAB und neue Grösse eintragen. Wie oben bei a) und b)

Das ganze für die beiden Datenpartitionen und für die Swap. Bitte nicht luschig werden - auch die Swap wird gerechnet. Wenn zum Schluss was frei bleibt - gut.

Nachtrag:

Was ich jetzt oben nicht geschrieben habe: Es ist sehr sinnig, seine Partitionen zu labeln. Das kann man auch jederzeit nachträglich machen. Partition markieren, Rechtsklick, Markierung oder Label ansteuern und dem Ding einen Namen verpassen. Win7, Windaten, Linuxdaten was auch immer... Nur bei den Pingus brings nichts weil das beim Installieren überschrieben wird! Macht man also später mit Live-CD.

Am Schluss/Ende der HDD sollte was freibleiben. Wenn die Superblock-Kopie verreckt, dann hat testdisk echt ein Problem, wenn es im Bereich der Erweiterten bzw. der logischen Partitionen ist. Datenrettung wird dann echt fies!

Auch aus diesem Grunde: Backup - Backup und nochmal Backup!

Ich haben fertig! ;D
 
 

Nu gehts wirklich los!

Jetzt wird mit der Linux-Scheibe gebootet. Ich trenne das mal, weil es sonst zu monströs wird.

Installiertt wird wie auch immer per Lan. Und wenn Ihr dafür beim Nachbarn anklopfen müsst. Internetzugang ist bei den heutigen Distris Voraussetzung!
Nach der Kontrolle, ob die Hardware läuft, wird die manuelle Installation angesteuert - bei Mint heisst sie "etwas anderes machen". Die HDD ist durchgestylt und da sollte auch kein Installer mehr dran rumfrickeln.
 
 

Siehe auch

     • http://wiki.ubuntuusers.de/Dualboot