Die Desktops Von Linux Mint

Die verschiedenen Desktops von Linux Mint

Eine schöne Sache unter Linux Mint ist, dass man (die Qual der) Wahl hat, was den Desktop, also die Hauptschnittstelle zwischen Betriebssystem und dem Nutzer, betrifft. Da Mint sich gerade in diesem Punkt auch von anderen Linux-Distributionen unterscheidet, da es 2 "eigene" Desktops mitbringt, ist es an der Zeit, diese mal hier vorzustellen.

Cinnamon

Der noch recht junge Cinnamon-Desktop ist eine Abspaltung der Desktop-Umgebung Gnome bzw. der Gnome-Shell. Da die GNOME-Entwickler ein völlig neues Bedienkonzept für den GNOME-Desktop vorsahen und in GNOME 3 (Link?) umsetzten, entschieden sich die Linux-Mint-Entwickler für eine Abspaltung der GNOME Shell, die sich in Bedienkonzept und Layout an GNOME 2.32 (in Verwendung z.B. in der Linux-Distribution Ubuntu bis Version 10.10) anlehnt.

Obwohl das Projekt relativ jung ist, stehen bereits mehrere klassische Desktop-Layouts und einfach zu bedienende Konfigurationswerkzeuge zur Verfügung. Im Oktober 2013 ist die Version 2.0 erschienen, die nun nicht mehr von den ursprünglichen Gnome-Bibliotheken bzw. -Komponenten abhängig ist.

Von den Hardware-Anforderungen her ist Cinnamon als recht anspruchsvoll einzustufen, er setzt z.B. eine funktionierende 3D Hardware voraus. Für alte PCs oder Netbooks ist er deswegen weniger geeignet.

Cinnamon im UbuntuUsers-Wiki

MATE

Die Desktop-Umgebung MATE wurde initiiert, nachdem der Gnome Desktop im April 2011 auf die Version 3 aktualisiert worden war. Da die Entwickler mit dem neuen Bedienkonzept der Gnome-Shell unzufrieden war, entschloss man sich zu einer Abspaltung, basierend auf der Vorgängerversion Gnome 2.32. MATE hat sich zum Ziel gesetzt, das klassische Desktop-Konzept von Gnome 2 fortzuführen.

Um Verwechslungen zu vermeiden, wurden viele Standardanwendungen umbenannt. Beispielsweise hört der Dateimanager Nautilus nun auf den neuen Namen "Caja". Nur so war es möglich, eine saubere Trennung zwischen Gnome- und MATE-Programmen umzusetzen.

Mate ist genügsamer als Cinnamon, er braucht keine 3D Beschleunigung. Dennoch ist Mate gut konfigurierbar.

MATE im UbuntuUsers-Wiki

KDE

Der "KDE Plasma Desktop" ist die Desktopumgebung der KDE Community. Diese wurde im Rahmen von KDE 4 teilweise neu entwickelt und beinhaltet einige neue Fähigkeiten und innovative Konzepte. Die Anwendungen sind so konzipiert, dass es sehr flexibel eingesetzt werden kann. So findet die Software beispielsweise auch im Musikplayer Amarok ihre Verwendung.

Die Desktop Shell ist modular aufgebaut, bestehend aus Miniprogrammen (oder Widgets, Applets). Eine Besonderheit ist hierbei, dass es manche Miniprogramme gibt, welche weitere Miniprogramme aufnehmen können. Zum Beispiel können die Arbeitsfläche und die Kontrollleiste Miniprogramme aufnehmen. Auf der Arbeitsfläche können die Miniprogramme frei bewegt, skaliert und rotiert werden. In der Kontrollleiste wird die Größe durch diese bestimmt. Eine weitere Stärke dieser Modularität ist, dass auch das Verhalten und Aussehen der Miniprogramme bestimmt werden kann. So wird z.B. in der Kontrollleiste nur ein Icon angezeigt, welches durch einen Klick das eigentliche Miniprogramm öffnet. Auf der Arbeitsfläche wird jedoch direkt das Miniprogramm ohne Icon angezeigt.

KDE gilt als der am feinkörnigsten zu konfigurierende Desktop und bietet ab Werk viel Augenschmaus, ist jedoch mit Cinnamon zusammen eher wenig für schwache Hardware geeignet.

KDE im UbuntuUsers-Wiki

XFCE

XFCE ist eine schnelle, ressourcenschonende Arbeitsumgebung und eignet sich insbesondere für ältere Computer. Neuere Rechner sind natürlich auch möglich :)

Dem Nutzer bietet sich bei XFCE ein schlanker, aufgeräumter, und dennoch funktionaler Desktop, der optisch ansprechend und benutzerfreundlich ist. Durch die Kompatiblität zu GTK+ können alle Gnome-Programme verwendet werden, und passen sich auch optisch sehr gut in die Oberfläche ein. Eine Besonderheiten bei neueren Mint-Versionen, die XFCE als Desktop verwenden, ist das Whisker-Programmmenü, das mit Version 15 der Linux Mint XFCE-Edition den Einzug erhielt.

Von allen 4 genannten Desktops bietet XFCE am wenigsten "Stellschrauben" und Tools, ist dafür aber auch übersichtlich.

XFCE im UbuntuUsers-Wiki

Da sich die von Linux Mint verwendeten Desktops in Bedienung und Aufbau ähneln, ist es dem Nutzer selbst überlassen, für welchen Desktop er sich entscheidet. Da für alle Versionen Live-Systeme in Form von DVD-ISO Dateien herunterzuladen sind, kann man sich gut einen Überblick über die Vorzüge der einzelnen Desktops verschaffen.

Anmerkung: Bei der Desktopauswahl ist aber auch die darin enthaltene Software bedenkenswert. Möchte man beispielsweise die Funktionsboliden K3b (Brennprogramm), Krusader (Dateimanager) oder DigiKam (Bildverwaltung) verwenden, die alle für KDE erstellt sind, so macht die Installation eines schlanken Xfce weniger Sinn. Denn dann würde im Hintergrund ohnehin der halbe KDE Desktop mitinstalliert!

Downloads für die aktuelle Linux Mint-Version