Backup

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Hallo liebe Mintgemeinde,

hier soll eine Hilfeseite für Backup Programme in Linux entstehen, da das Standardprogramm unter Mint nicht richtig funktioniert.
Ich möchte Euch daher zwei Alternativen vorschlagen, mit denen ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Beides sind Programme für die Sicherung von persönlichen Dateien, nicht von kompletten Partitionen oder Festplatten. Dafür gibt es andere Programme wie z.B CloneZilla (www.clonezilla.org).

Warum sollte überhaupt ein Backup gemacht werden?
Nun, dafür gibt es viele Gründe. Heutzutage landen immer wichtigere Daten in elektronischer Form auf unseren Festplatten. Die Fotos aus vielen Jahren Familiengeschichte,
die liebgewordene Musiksammlung, Steuererklärungen und vieles mehr.
Solche Daten nur auf einer einzigen Festplatte aufzubewahren ist schlicht grob fahrlässig. Eine Festplatte kann kaputt gehen oder das Betriebssystem läuft nicht mehr. Das Forum ist voll von Vorfällen die dazu führen, das man nicht mehr an seine Daten kommt. Daher sollte regelmäßig eine Kopie angelegt werden.

Welche Strategien gibt es für ein vernünftiges Backup?
Eine Kopie auf ein zweites Medium, wie z.B. eine externe Festplatte oder einen USB-Stick ist die einfachste Art und Weise.
Wenn man allerdings von mehreren Rechner auf das Backup zugreifen will, scheidet diese Methode aus. Dann wird man die Daten eher auf ein NAS (Network Acess Storage) oder in die Cloud verlagen.

Bedenkt bei einer Backup Strategie bitte auch an die Möglichkeit, dass Festplatten die zuhause lagern auch einmal durch einen Überspannungsschaden,einen Brand oder auch einen Wasserschaden alle beschädigt werden können. Daher sollte man immer eine "Notkopie" woanders einlagern. ;-)

Ob man jetzt bei einem Backup die ganze Festplatte oder "nur" die persönlichen Daten sichert ist Geschmackssache.
Ein Linuxsystem ist normalerweise auf modernen Rechnern innerhalb von einer Stunde installiert. Ein Zürückspielen der gesamten Festplatte dauert normalerweise länger.
Hat man allerdings Windows Partitionen auf der Festplatte deren Einrichtung mehrere Tage dauert, ist die Sicherung der Festplatte durchaus eine Überlegung wert.

Wie sichere ich eine gesamte Festplatte?
Dazu findet Ihr für Clonezilla hier: http://www.thomas-krenn.com/de/wiki/Klonen_einer_Windows-Installation_mit_Clonezilla eine Anleitung.

Redo Backup: http://stadt-bremerhaven.de/windows-vollbackup-mit-redo-backup-erstellen/

Remastersys: http://www.linuxmintusers.de/index.php?action=wiki;page=remastersys
Zu Remastersys muss man allerdings anmerken, dass es nicht mehr weiterentwickelt wird - wie die Zukunft aussieht weiß man daher nicht.

Allerdings existiert bereits ein Nachfolger unter dem Namen Refracta.
Dazu gibt es hier Infos:
http://sourceforge.net/projects/refracta/
http://refracta.freeforums.org/refracta-f14.html
https://lists.debian.org/debian-live...4/threads.html

Eine Dokumentation findet Ihr hier:
http://sourceforge.net/projects/refracta/files/documentation/

Wie sichere ich Partitionen oder den MBR/ (=Masterbootrecord) GPT (GUID-Partitions-Tabelle)?

Dafür gibt es spezielle Programme wie z.B. den qt4-fs-archiver. Mit diesem können gezielt Partionen auf EXT3, EXT4, BTRFS (experimentell) und NTFS gesichert werden.
Hingegen FAT32 wird nicht unterstützt.

Eine Dokumentation dazu findet Ihr in der Ubuntuwiki:

http://wiki.ubuntuusers.de/qt4-fsarchiver

Wie sichere ich meine persönlichen Daten?

Areca Backup
http://de.wikipedia.org/wiki/Areca_Backup

Beschreibung:

  • Areca ist ein Programm welches auf Java basiert und dadurch auf Windows und Linux läuft.
  • Es steht für 32 sowie für 64 Bit Systeme zur Verfügung.
  • Man kann es als Shell Script oder im Binären Format runterladen.


Was kann es?

  • Es kann alle Dateisysteme lesen und beherrscht vollständige sowie differentielle  Backups.
  • Es ist sehr übersichtlich aufgebaut.
  • Die Backups können als Einzeldateien oder als Gesamtpaket gesichert werden.
  • Die Archive können in unterschiedlichsten Formaten gepackt werden.
  • Eine Simulation des Backups im Vorfeld ist möglich.
  • Automatisierung ist möglich.
  • Es können Befehle für die Vorbereitung oder Nachbearbeitung vorbelegt werden.
  • Die Archive können verschlüsselt werden.
  • Als Speicherort können externe Medien sowie Server (wie z.B. FTP) eingebunden werden.
  • Ausgabe von Protokolldateien
  • Vergleich von Verzeichnissen
Leider ist es in den Paketquellen nicht verfügbar und muss daher manuell installiert werden:
http://sourceforge.net/projects/areca/files/areca-stable/

Installation
Dort findet Ihr eine Auflistung der letzten Versionen von Areca.
Ich empfehle Euch, die aktuellste Version als Shell Script herunterzuladen. (Das binäre Paket erkennt man Namen, der mit "bin" gekennzeichnet ist, das bitte nicht nehmen).
Nach dem Download wechselt Ihr in das Downloadverzeichnis und findet eine Paket areca mit der Endung "areca.tar.gz" vor.
Das bedeutet, dass es sich hier um ein doppelt gepacktes Archiv handelt.

Genauere Infos zu gepackten Dateien findet Ihr hier: http://wiki.ubuntuusers.de/Archivmanager?redirect=no

Auf der Konsole könnt Ihr es mit

tar -xzf ARCHIVNAME.tar.gz entpacken.
Liegt Euch die Konsole nicht, dann startet einfach den Dateimanager Eurer Distri. Mit Rechtsklick auf das Verzeichnis kann dieses entpackt werden.

Ist das geschehen, solltet Ihr einen entpackten Ordner namens areca in Eurem Downloadverzeichnis finden.
Wechselt bitte mit

cd /home/Euer_User/Downloads/areca in diesen Ordner hinein. Dort findet Ihr ein ausführbares Shell-Script namens areca.sh
(Euer_User ersetzt bitte mit dem Namen des Users mit dem Ihr Euch am System anmeldet.)
Über die Konsole könnt Ihr es mit sh areca.sh starten.

Unter KDE kann das Script mit Doppelklick gestartet werden.

Anmerkung:
Vorausgesetzt, es liegt nach wie vor in Euren Homeverzeichnis, denn dort habt Ihr alle Zugriffsrechte.
Solltet Ihr es irgendwo anders hin kopiert haben, so müsst Ihr sämtliche Befehle mit sudo ausführen.

Bedienung
Die Bedienung ist sehr leicht: https://www.youtube.com/watch?v=7-giPswLlBI
Leider ist das Video ohne Ton aber die Oberfläche ist nicht allzu kompliziert.

Ihr müsst als erstes in den Einstellungen einen Arbeitsbereich definieren, in dem die Programmdaten abgelegt werden.
Dort wird auch das Datumsformat und die Landessprache eingestellt.

Im Anschluß muss noch eine Gruppe für die Backups definiert werden. (z.b. Musik oder Daten - sofern man das möchte)
Jetzt nur noch ein Ziel definieren, wohin das Backup geschrieben werden soll. In diesem Ziel konfiguriert Ihr die Einstellungen des Backups.
(wie z.B. Quelle und Zielverzeichnis Aufteilung, Datenkompression, Verschlüsselung und Passwort und vieles mehr).

und schon kann es losgehen.

Lucky Backup
http://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Print-Artikel/LinuxUser/2012/09/Daten-sichern-mit-Lucky-Backup

Beschreibung
Lucky Backup basiert auf Rsync und ist daher nur für Linux vorgesehen. Wobei Lucky Backup natürlich Windows Partitionen auch sichern kann.
Im Gegensatz zu Areca ist es in den Softwarequelllen vorhanden, sodaß man es problemlos über die Paketverwaltung oder das Softwarecenter installieren kann.

Was kann es?

  • Es kann alle Dateisysteme lesen und beherrscht vollständige sowie differentielle  Backups.
  • Es ist leider nicht so übersichtlich aufgebaut und bedarf der Einarbeitung.
  • Die Backups können als Einzeldateien oder als Gesamtpaket gesichert werden.
  • Die Archive können in unterschiedlichsten Formaten gepackt werden.
  • Eine Simulation des Backups im Vorfeld ist möglich.
  • Automatisierung ist möglich.
  • Es können Befehle für die Vorbereitung oder Nachbearbeitung vorbelegt werden.
  • Die Archive können verschlüsselt werden.
  • Als Speicherort können externe Medien sowie Server (wie z.B. FTP) eingebunden werden.
  • Ausgabe von Protokolldateien.
  • Erstellen von EMails / Benachrichtigungen.
Installation
einfach die Paketverwaltung oder das Softwarecenter starten und nach "luckybackup" suchen.
Danach zur Installation markieren und das System arbeiten lassen.  ;)

Nach der Installation findet Ihr es im Programmmenü. Ihr könnt es als normaler User oder im Administrator-Modus starten,
je nach dem, welche Dateien Ihr sichern wollt (User oder Root Dateien).

Achtung: In der neusten Version ist ein kleiner Bug. Ist ein Zielverzeichnis leer, lässt es sich nicht als Sicherungsmedium auswählen.
Um dies zu emgehen, genügt es im Zielverzeichnis eine kleine Textdatei anzulegen. ;-)

Bedienung
https://www.youtube.com/watch?v=kcOq7_hEw50

Fazit
Zieht man einen Vergleich zwischen den beiden Programmen, so stellt man fest, dass beide fast identische Features haben.
Die Grundfunktionalitäten, die man für Datensicherungen benötigt sind in beiden Programmen realisiert.

Beide Programme haben meine Anforderungen erfüllt, wenn es darum ging, Daten zu sichern und auch wiederherzustellen.
Es ist daher Geschmackssache, ob man sich für das eine oder andere entscheidet. Mein persönlicher Favorit ist Areca, da ich die Oberfläche
als aufgeräumter empfinde.

Grsync
http://www.opbyte.it/grsync/

Zum bequemen Sichern kann man unter GNOME, Xfce und LXDE diese grafische Benutzeroberfläche für rsync  installieren.
Grsync ist den Standard-Paketquellen vorhanden.
(rsync ist das Konsolen-Programm auf das viele Backup-GUI-Tools zurückgreifen)

Wichtig ist : bei den Pfadangaben für Quelle und Ziel muss am Ende ein Slash stehen,
also zB "/home/<User>/ " als Quelle und "/media/<User>/<Backup-Drive>/home/<User>/ " als Ziel.
(<...> : entsprechend anpassen)

Einmal erstellte Jobs lassen sich als Sitzung abspeichern und ohne Tipparbeit wieder verwenden.
Diese lassen sich exportieren in einen beliebigen Ordner und von dort wieder ins Programm importieren,
sozusagen als Backup für den jeweiligen Backup-Job.

Unter "Advanced options" finden sich weitere Einstellungen.
Teilweise erscheinen Erläuterungen (Tooltips) zu den Optionen, wenn man den Mauszeiger darüber hält.
Außerdem lassen sich individuelle Optionen eingeben, die rsync unterstützt.

Weiterführende Informationen findet Ihr auch hier:
http://wiki.ubuntuusers.de/Datensicherung?redirect=no

Sonderfall:
In manchen Fällen sollen bei einer Neuinstallation nur die installierten Programme "mitgenommen" werden.
Dies kann man mit zwei Programmbefehlen sehr gut meistern:

Paketliste erstellen:

dpkg --get-selections > ~/PAKETLISTE.txt

Paketliste einspielen:

sudo dpkg --set-selections < ~/PAKETLISTE.txt && sudo apt-get dselect-upgrade


Stand:04.09.2014
Letzmalig geprüft: 08.12.2015