Augen Auf Beim Toner-Kauf

Druck erzeugt Gegendruck

 

Geschichte

Warum manche Hersteller von Drucker Verbrauchsmaterial nicht den richtigen Ton treffen und andere Infos zum wichtigsten Druckerzubehör: Die Farbe auf dem Papier

Meinen ersten Farb-Tintenstrahldrucker erstand ich in den 90er Jahren direkt von der Messe weg für knapp über 1000 DM. Ich war damals von den 720x720 dpi, die der Epson Stylus Color auf das Papier brachte, schwer beeindruckt. Die Freude war groß, auch wenn mein damaliger Rechenknecht, ausgestattet mit einer i386er CPU und numerischen Co-Prozessor mit beeindruckenden 8MB RAM, mehr als 30 Minuten benötigte, um allein die Daten für ein A4 Bild aufzubereiten.

Als den ersten Patronen die Tinte ausging, hatte die Freude ein jähes Ende. Die Kosten für die Patronen empfand ich als exorbitant hoch zur Gegenleistung für ein paar Milliliter Tinte.

 

Und heute?

1. Die Kosten für Drucker sind extrem gefallen
2. Die Kosten für die Tinte und Toner sind noch höher als damals

Warum ist das so?

Die Einnahmen der Druckerhersteller wurden früher zu einem Teil über den Verkaufspreis des Druckers abgewickelt und der andere Teil übernahmen Toner und Tintenpatronen. Das hat sich gewandelt: Drucker werden heute schon beinahe verramscht.
Die Gewinne werden nur noch durch das Druckerzubehör, dem Verbrauchsmaterial, generiert.

Das einzige Gesetz des freien Marktes, das immer Bestand hat, heißt:
„Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.“

Dadurch entsteht ein Preiskampf, der Gewinner und Opfer findet. Wer hier was gewinnt und vielleicht auch nur kurzzeitig und wer die Opfer sind, möchte ich hier weiter aufschlüsseln, damit Du kein Opfer wirst.

 

Das Geschäft

Wer gibt den Ton an im Tonergeschäft? Richtig, der Anbieter mit dem niedrigsten Preis.
Dies gilt jedenfalls ab dem Zeitpunkt, ab dem Laserdrucker für den privaten Haushalt erschwinglich geworden sind. Haben größere Firmen doch meist Serviceverträge mit Firmen wie Ricoh oder anderen, bezieht der Privatanwender seine Toner über das Web.

Wer schon mal den Toner eines Kopierers oder Laserdruckers in der Hand hatte, hat bemerkt, dass das im Normalfall nicht so ein einfaches Gerät wie etwa eine Tintenpatrone ist.
Der Aufbau eines Toners ist, je nach Verfahren wie der Tonerstoff auf das Trägermaterial kommt, sehr aufwendig. Zudem muss der Hersteller auf Dinge, wie die Gesundheit der Verbraucher achten; Es sind bewegliche Verschleißteile im Toner verbaut, usw.

Im Jahr 2010 landeten ca. 500 Millionen Toner und 1,8 Billionen Tintenpatronen auf  den Müllkippen. Dieser Müll wird dort 500-1000 Jahre benötigen, bis er verrottet ist. 

 

Die gesetzliche Grundlage

Seit dem 6. Oktober 1996 gibt es das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), auch allgemein als Abfallgesetz bekannt, wobei das KrWG nur das zentrale Gesetz des Abfallgesetzes ist. Hier wurde festgelegt, dass z.B. Toner einer umweltgerechten Entsorgung zugeführt werden müssen, in der Realität bedeutet das vor allen Dingen: Verbrennen. Inwieweit das umweltgerecht ist, sein dahingestellt. Des weiteren wurden die Tonerhersteller verpflichtet, leere Toner zur Entsorgung kostenlos entgegenzunehmen.

Damit war der Startschuss gefallen für eine neue Spezies der Wertschöpfungskette:
Firmen, die Rebuilt-Toner und Refill-Toner anbieten. Diese Firmen kaufen zuerst die leeren Toner auf. Der Rebuilder wechselt Verschleißteile aus und befüllt den Toner neu und der Refiller begnügt sich mit dem „Nachladen“ der Toner.

 

Was passiert jetzt?

Der Erfolg dieser Geschäftsstrategie fußt auf zwei Säulen:

Der Kunde fühlt sich wohler, wenn er ein Produkt kauft, das mit „Recyceln“ zu tun hat, dies wird als ökologisch und ökonomisch sinnvoll eingestuft
Rebuild-/Refill Toner sind preiswerter als neue Toner

Für den Erfolg auf dem Markt beinahe unschlagbar oder?
Richtig und aus diesem monetären Grund tummeln sich zunehmend schwarze Schafe auf dem Toner-Markt, die es mit den Gesetzen und der Umwelt nicht so richtig ernst nehmen.

Spätestens seit Star Wars „The Clone Wars“ wissen wir, das Klone nichts Gutes sind. Der findige Asiate sieht das völlig anders und überschwemmt den Mark mit billigen Toner-Klone.

Denkst Du jetzt: „Na und? Billig ist doch gut, kommt doch eh alles aus Asien.“

Nicht in diesem Fall. Beachte bitte zuerst die 500 Millionen Toner aus dem Jahr 2010 und lese bitte weiter.

 

Etikettenschwindel

Einige diese Toner-Klone werden als wiederaufbereitet angeboten. Das sind sie aber definitiv nicht. Weder die Konstruktion noch das verwendete Material lässt das überhaupt zu. Wie erkennt man eigentlich einen Refill- oder Rebuild Toner?

Antwort: Gebrauchsspuren. Das Einsetzen, der Betrieb, bei der Herausnahme aus dem Gerät, bei der Sammlung, dem Verschicken, der Wiederaufbereitung entstehen Gebrauchsspuren am Toner. Ein Refill- oder Rebuild Toner, der wie aus dem Ei gepellt aussieht ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Klone, verbunden mit Etikettenschwindel. Maßnahme: Händler ansprechen und Aufklärung verlangen.

Hier wird der Kunde betrogen und sein Verlangen ausgenutzt, ökologisch zu handeln.

 

Patentrechte der Hersteller

Über Patentrechte wird ja allerorts viel diskutiert und das auch zu recht. Patente werden leider immer mehr dazu eingesetzt, anderen zu schaden, als sein geistiges Eigentum zu schützen.

Es gibt aber auch gute Gründe für Patente: Die Tonerhersteller forschen sehr viel, um Gesundheitsrisiken zu minimieren, Toner sollen verschleißfreier werden, andere verträglichere Materialien sollen eingesetzt werden usw. Auch diese Hersteller haben es verstanden, dass immer mehr Kunden darauf achten, welchen ökologischen Fußabdruck ein Produkt verursacht.

Die Ergebnisse dieser Forschung möchte man schützen, das würde ich auch. Das gehört zu meinem Selbstverständnis, wenn ich eine Firma am Leben erhalten will.
Die Firmen, die Toner-Klone anbieten, missachten diese rechtlichen Vorgaben total. Das ist ja klar: Müssten Patentzahlungen abgetreten werden, würde der Preis anders aussehen.

Händler, die solche Toner anbieten, machen sich strafbar. Refiller-/Rebuilder dürfen diese Toner nicht annehmen. Die Original Hersteller (OEMs) wehren sich zunehmend davor. Die Klagen richten sich gegen die Hersteller der Klone und auch gegen die Firmen, die z.B. Vertriebswege bereitstellen.

Das heißt im Klartext, dass jeder Klone, der hier verkauft wird, so gut wie auf dem Müll landet:
500 Millionen + X

 

Umwelt & Gesundheit

Die ETIRA, das Kürzel steht für die europäische Vereinigung der Wiederaufbereiter hat ein System entwickelt, das versucht, die meisten Teile eines originalen Toners wieder zu verwenden. Der Toner soll im Verbrauchsland wieder „einsatzbereit“ gemacht werden, damit ein langer Re-Produktionsweg bis zum erneuten Kunden vermieden wird, denn, das würde den ökologischen Gedankensinn dahinter zunichte machen, wie z.B. Bio-Wein aus Chile. Die Refiller und Rebuilder werden dazu verpflichtet, mindestens eine Qualität zu bieten, wie die originale Kartusche sie hatte. So setzt sich z.B. der Händler tintenalarm.de für Aufklärung in diesen Bereichen ein.

Dieses System der ETIRA, das uns weniger Müll bringt, weniger Verbrauch von Ressourcen bei der Produktion und weniger Umweltverschmutzung wird durch die Klone unterwandert.

Schlimmer noch wird es bei der Frage der Entsorgung der Klone:
Benutzen die originalen Hersteller hochwertige Verbundstoffe, die einer Wiederaufbereitung zugeführt werden könnten, verlassen sich die asiatischen Plagiate auf billige Schüttungen, bzw. Mischungen, die es unmöglich machen, diese einer Wiederaufbereitung zuzuführen.
500 Millionen + X

Diese Klone belasten nicht nur zusätzlich die Umwelt, nein, auch den Menschen. Uns und auch den Arbeiter oder die Arbeiterin, da diese Herstellerfirmen für Lohndumping bekannt sind und sich die Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen auf einem sehr niedrigen Level befinden, so fern sie überhaupt vorhanden sind.
 
Jedem dürfe auch klar sein, dass jeder Kauf eines solchen Klones den lokalen Markt schwächt.

Diese und auch noch andere Gründe, die in den Quellenangaben nachgelesen werden können, sprechen dafür, beim Kauf eines Toners genauer hinzusehen und nicht nur auf den Preis.

 

Quellen

http://www.gesetze-im-internet.de/krwg/
http://www.tintenalarm.de/Toner.php
http://de.wikipedia.org/wiki/Toner
http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronikschrott
http://www.preton.com/drucker-software.asp
http://www.geldfuermuell.de/toner-recycling.php
http://de.wikipedia.org/wiki/Star_Wars:_Clone_Wars ;-)