4) Nachträglich Eine Partition In Fstab Einbinden

Getestet mit: ☑ LM 13 | ☑ LM 17 | ☑ LM 17.1 | ☑ LM 17.2 | ☑ LMDE
Kategorie: Tipps

Beschreibung

Manchmal fällt einem später ein, dass es ja doch ganz nett wäre, wenn man sein Win oder was auch immer gleich automatisch zur Verfügung hat und nicht erst manuell mounten muss. Während der Installation ist es am Einfachsten - aber schwer ist es auch nachträglich nicht.
Im Abschnitt 7 findet man auch eine grafische Variante, die (fast) ohne Terminal auskommt.
 
 

Terminal

Zuerst holen wir uns im Terminal die Daten:

schleppi@notie ~ $ sudo blkid
[sudo] password for schleppi:
/dev/sda1: LABEL="Win7" UUID="19D140BC24F14E4F" TYPE="ntfs"
/dev/sda2: LABEL="Maya" UUID="03bb59e4-a042-417c-8348-4b57e026b52d" TYPE="ext4"
/dev/sda3: LABEL="Daten" UUID="b2122cbe-0cae-4e11-9109-3803100419a0" TYPE="ext4"
/dev/sda5: UUID="34fb81a3-c981-46d6-ba43-37db5ff23821" TYPE="swap"
/dev/sda6: LABEL="frei" UUID="1dd6b70a-86ad-4647-8002-c9251aad0928" TYPE="ext4"
/dev/sda7: LABEL="Windaten" UUID="0CD48975266D06F9" TYPE="ntfs"
/dev/sdb1: LABEL="Sicherung" UUID="551410b3-184f-45b4-b14c-ce98444f0ea9" TYPE="ext4"
schleppi@notie ~ $

Mich interessiert hier die Partition mit dem Label "frei" (hier sieht man sehr deutlich, weshalb das labeln so sinnvoll ist!).
 
 

Dateimanager

Nun wird im Dateimanager ein Ordner angelegt. Nennen wir ihn doch einfach "frei" - warum wird gleich deutlich:

Das Verzeichnis dient dann als Mountpunkt für die Partition und sollte sich im eigenen persönlichen Verzeichnis befinden. Die Anlage ist alternativ zum Dateimanager auch einfach mittels Terminal möglich:

mkdir ~/frei
 
HINWEIS:
Wer bei der Installation sein Home Verzeichnis verschlüsselt hat kann dort keine Partition einbinden. Alternativ ist die Verwendung von /mnt möglich. Dabei ändert sich obiger Befehl in
sudo mkdir /mnt/frei
im Rest der Anleitung dann "/home/schleppi/frei" durch "/mnt/frei" ersetzen.
 

Editor

Jetzt brauchen wir den Editor mit Rootrechten. Hier in der Maya heisst er pluma. Es gibt noch leafpad, gedit, kate und diverse weitere.

Mit der Tasten-Kombi ALT+F2 "holen" wir uns den Programmschnellstarter und geben dort ein:

Mint-Mate:

Zitat
gksu pluma /etc/fstab

KDE:

Zitat
kdesu kate /etc/fstab

GNOME / Cinnamon:

Zitat
gksu gedit /etc/fstab

Xfce/LXDE:

Zitat
gksu leafpad /etc/fstab

ENTERn das und geben unser Passwort ein. Es sollte der Editor öffnen und den Inhalt der Datei ausgeben:

Jetzt wirds etwas frickelig - wir gehen zum Beispiel in der Zeile wo steht, wohin / mit welchen Daten gemountet wird:

und drücken da auf ENTER um eine neue Zeile einzufügen. Dann kopieren wir die gehashte (#) und die nachfolgende Zeile und fügen diese stumpf in den freien Zwischenraum ein:

Jetzt gehts ans editieren. Zuerst beglücken wir die gehashte Zeile mit aussagekräftigen Daten damit man hinterher auch noch nachvollziehen kann, was da gemacht wurde. Danach wirds lustig - wir haben ja noch unseren Terminal mit der blkid-Ausgabe. Daraus kopieren wir jetzt die UUID (aber nur die blanke UUID!), markieren in der fstab die falsche UUID und ersetzen diese.

Danach müssen wir den Rest der Zeile editieren:

Zuerst suchen wir uns einen Mountpoint aus: In diesem Falle will ich die Partition in meinem /home mounten - also /home/schleppi/frei. Diese Daten müssen natürlich von Dir angepasst werden!! Danach ändern wir am Ende der Zeile die 1 in eine 2; für NTFS oder vfat muss es eine 0 sein!

Dort darf dann keineswegs mehr auf ENTER gedrückt werden!!

Das Ganze kontrollieren wir jetzt noch einmal - wäre blöde, wenn von der UUID ne Ziffer fehlt oder Gänsefüsschen drinne sind oder aber beim Verzeichnis was falsch geschrieben ist. Wenn alles passt - abspeichern aber noch offen lassen.
 
 

Abschlussarbeiten im Terminal

Der Terminal ist ja noch offen. Dort geben wir jetzt ein:

sudo mount -a

und mounten damit das Verzeichnis. Nur für den Fall, dass es "auf Linux formatierte" Partitionen und keine Win-Formate sind, ist noch ein kleiner Befehl nötig:

sudo chown -R schleppi /home/schleppi/frei

damit das Verzeichnis "schleppi" und nicht Root gehört!

Das war es.

 

Service - Codeschnipsel für vfat und NTFS für die, die keine haben

# /Daten was on /dev/sda2 during installation
UUID=6947-BE6E                             /Daten                vfat     utf8,umask=000,gid=46                                              0  0 
# /Win was on /dev/sda1 during installation
UUID=3866CBAE66CB6AE8                      /Win                  ntfs-3g  defaults,nls=utf8,umask=000,gid=46                                 0  0

Auch hier wieder an die Pfade /Mountpoints/Einhängepunkte denken!

grafische Variante mit "Laufwerke"

Weitestgehend grafisch lässt sich die Aufgabe auch mit dem bei Mint vorinstallierten Tool "Laufwerke" erledigen.
Nachdem man im Terminal mit beispielsweise

sudo mkdir /media/Spiele

den notwendigen Mountpunkt angelegt hat, öffnet man die Laufwerksverwaltung.

Im Startbildschirm wählt man links die Festplatte und im rechten Teil dann die automatisch einzuhängende Partition aus.
Ein Klick auf die Zahnräder unterhalb der Partitionsübersicht öffnet ein Kontextmenü, aus dem wir den Punkt "Einhängeoptionen bearbeiten" wählen.
Man setzt oben die "Optionen zum automatischen Einhängen" auf "Aus", löscht das Häkchen bei "in der Benutzerschnittstelle anzeigen" und tippt bei "Einhängepunkt" den gesetzten Mountpunkt ein. Im Feld direkt darüber ersetzt man die Vorgaben (hier:  "nosuid,...") durch "defaults" für die Standard-Einhängeoptionen. Im Auswahlfeld "Identifizieren als" wählt man am besten die Option "UUID=...." aus.

Nach dem Bestätigen mit OK muss man noch das Passwort eingeben, da die fstab sonst nicht geändert werden kann.
Das war es!